Rosenkrieg nach Trennung – Wenn aus Liebe Hass wird

Bis der Tod uns scheidet!

Ein bedeutungsschwangerer Satz, den wir uns damals vor dem Traualtar gegeben haben. Und den wir wirklich von Herzen ernst gemeint haben. Doch mit den Jahren haben wir uns mehr und mehr auseinander gelebt. Wir erkennen den Partner/ die Partnerin nicht wieder. Ist das wirklich noch der Mensch, den wir damals geheiratet haben? Haben wir uns derart getäuscht? Ist der andere eine anderer Mensch geworden? Was ist nur passiert?

Wir können es nicht in Worte fassen. Doch seitdem das Wort „Scheidung“ im Raum steht, wissen wir beide gleichermaßen, dass dies der richtige Schritt ist.

Doch seitdem hat sich auch das Verhältnis nochmals rapide verschlechtert. Plötzlich geht es um gemeinsame Anschaffungen, um die Finanzen, die Altersvorsorge. Sprich, das Thema Geld. Auf einmal offenbaren wir beide unsere hässliche Seite. Wir merken, dass sich mehr und mehr ein Rosenkrieg entwickelt.

Wird aus Liebe Hass, kennen viele kein Halten mehr

Eine Scheidung geht immer mit Enttäuschung, Wut und Trauer einher. Dennoch schaffen es viele Paare, bis zum Schluss normal miteinander zu kommunizieren. Sie sind darum bemüht, möglichst gerecht die Besitzgüter aufzuteilen und sich sinnvolle Gedanken wegen des Kredits und des gemeinsamen Hausbaus zu machen.

Anders gestaltet es sich, wenn die Liebe nicht einfach nur abgeflacht ist, sondern sich zu Hass entwickelt hat. Um Gerechtigkeit geht es den ehemaligen Partnern längst nicht mehr.

Auch nicht unbedingt alleine darum, einen möglichst großen finanziellen Vorteil aus der Scheidung zu ziehen. Stattdessen zählt beim Rosenkrieg einzig nur noch, dem anderen den größtmöglichen Schaden zuzufügen, der möglich ist.

Meist beginnt es so, wie es ganz typisch bei einer Trennung ist. Beide streiten sich, beide fühlen sich jeweils im Recht und die Fronten verhärten sich. Dabei bleibt es jedoch nicht. Die Enttäuschung sitzt derart tief, dass die erste Klage vom Anwalt eintrudelt. Der andere geht in Gegenwehr über und so geht das Spiel los.

Nun entscheidet nur noch die Taktik, wer die Nase dem anderen voraus hat. Es werden Dokumente vernichtet, das Einkommen klein gerechnet, Ersparnisse komplett ausgegeben oder damit gedroht, dass der andere die Kinder nicht mehr sehen darf.

Selbst, wenn wir uns selbst Schaden zufügen. Für uns zählt nur, dass der Schaden des anderen noch größer ist.

Ja, Rachegelüste sind menschlich. Doch wir tun uns damit definitiv keinen Gefallen.

Mitten im Rosenkrieg während der Scheidung

Weshalb der Rosenkrieg uns emotional zerstört

Zu einem Rosenkrieg kommt es meist dann, wenn beide Partner die Trennung nicht verarbeitet haben und sich überfordert fühlen. Sie sind hilflos und wissen sich nicht zu helfen. Verletzte Gefühle führen immer wieder zu Streitigkeiten und Vorwürfen und die gesamte Situation wird immer festgefahrener.

Wir konzentrieren uns nur noch auf all unseren Hass und all unsere Wut. Besonders schlimm ist es, wenn sich derartige Rosenkriege über Jahre hinziehen. Sie zermürben. Sie berauben uns nachts um den Schlaf. Sie laugen aus und Sorgen für Existenzängste.

Besonders bitter: Der Rosenkrieg wird auf dem Rücken der Kinder ausgetragen

Besonders schlimm ist es, wenn beim Rosenkrieg alle Register gezogen werden und dieser auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird. Etwa, wenn die Kinder den Vater bzw die Mutter nicht mehr sehen dürfen.

Wenn der Expartner vor der Türe steht, klingelt, seine Kinder zu einem gemeinsamen Wochenende abholen möchte und die Türe nicht aufgemacht wird.

Wenn das Elternteil, das die Kinder hat, extra an den Wochenenden immer zu den Großeltern fährt, damit der Ex seine Kinder nicht abholen kann.

Wenn die Mutter den Kindern einredet: „Der Papa liebt uns nicht mehr uns hat uns verlassen, er will nichts mehr von euch wissen“ oder immer Sätze fallen lässt wie: „Papa hat jetzt eine andere Frau, die ihm wichtiger ist als wir“.

Denn dann gelingt es der Mutter irgendwann, dass die Kinder von sich aus den Kontakt zum Vater nicht mehr wünschen.

Mitten im Rosenkrieg während der Scheidung

Die Frage nach der Schuld

Auch die Frage nach der Schuld ist es, die den Rosenkrieg zur Spitze treibt. Bei jeder Trennung oder Scheidung stellen wir uns die Frage, warum die Beziehung zerbrochen ist. Wir suchen einen Schuldigen.

Und hierbei handelt es sich natürlich um den Partner.

Der andere trägt die Schuld, dass die Beziehung kaputt gegangen ist, weil er sich nicht um uns bemüht hat. Weil er uns nie gezeigt hat, dass wir ihm wichtig sind. Weil er seine Versprechen nie eingehalten hat. Weil er uns nicht im Haushalt oder Beruf unterstützt hat.

Dass wir selbst ebenfalls Fehler begangen haben, das verdrängen wir natürlich. So etwa, dass wir mit Absicht vor Augen des Partners mit Fremden geflirtet haben, um ihn oder sie eifersüchtig zu machen. Dass wir den anderen immer wieder mit Absicht provoziert haben. Dass wir Eifersuchtsdramen gemacht haben, obwohl er uns hierfür nie einen Grund gegeben hat.

Es bringt uns nicht weiter, jetzt noch dem anderen die Schuld für das Ende der Partnerschaft zuzuschieben. Zumal zu einer Beziehung immer zwei Menschen gehören. Doch die Beziehung ist vorbei, wir gehen nun getrennte Wege.

Es ist sinnvoll, die Frage nach der Schuld auf sich beruhen zu lassen. Sie führt am Ende zu nichts.

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