Zum Inhalt springen

Badoo im Test: Erfahrungen, Kosten und Einordnung 2026

Badoo ist im August 2026 weiter erreichbar, sieht aber anders aus als noch vor einigen Jahren. Kurz zur Einordnung: Die App passt zu dir, wenn du unkompliziert neue Leute in deiner Stadt kennenlernen willst, mit einem schnellen Wisch-Prinzip klarkommst und bereit bist, viele Profile durchzugehen. Sie passt nicht, wenn du über ein ausführliches Persönlichkeitsprofil gezielt eine feste Beziehung suchst, wenn dich unechte Profile schnell aus der Ruhe bringen oder wenn dir ein Anbieter mit deutschem Ansprechpartner wichtig ist. Dazu kommt ein Punkt, den ältere Testberichte nicht kennen: Badoo schrumpft seit mehreren Quartalen deutlich.

Wem Badoo heute gehört

Betreiber ist laut eigenem Impressum die Badoo Trading Limited mit Sitz in London, The Broadgate Tower, Third Floor, 20 Primrose Street. Das Unternehmen ist beim britischen Companies House unter der Nummer 7540255 eingetragen. Eine deutsche Niederlassung nennt das Impressum nicht, der Kontakt läuft über ein Formular.

Die Eigentümerlage hat sich seit den ersten Testberichten grundlegend verändert. 2019 übernahm der Finanzinvestor Blackstone die Mehrheit an der Muttergesellschaft MagicLab bei einer Bewertung von 3 Milliarden US-Dollar, Gründer Andrey Andreev stieg aus. MagicLab wurde in Bumble Inc. umbenannt und ging im Februar 2021 an die Nasdaq, zu 43 US-Dollar je Aktie und mit einem Erlös von 2,2 Milliarden US-Dollar. Auf der deutschen Startseite steht es heute direkt: Badoo ist Teil von Bumble Inc.

Vom Hauptprodukt zum Zweitprodukt

Damit hat sich auch die Rolle im Konzern gedreht. Im zweiten Quartal 2026 setzte die Bumble-App 171,7 Millionen US-Dollar um, das Segment „Badoo App and Other“ dagegen 38,8 Millionen US-Dollar. Das sind 17,1 Prozent weniger als im Vorjahresquartal, damals waren es 46,8 Millionen US-Dollar. Die Zahl der zahlenden Nutzer im Badoo-Segment fiel im selben Zeitraum von 1,277 Millionen auf 1,080 Millionen, ein Minus von 16,4 Prozent. Der durchschnittliche Umsatz je zahlendem Nutzer lag bei 11,21 US-Dollar. Schon im ersten Quartal 2026 war das Segment mit 39,7 Millionen US-Dollar um 12,4 Prozent im Minus.

Ein Grund dafür liegt im Osten Europas. Im März 2022 zog Bumble alle Apps inklusive Badoo aus Russland und Belarus zurück. Russland, die Ukraine und Belarus standen 2021 für rund 2,8 Prozent des Konzernumsatzes, ganz überwiegend über Badoo. Damit fiel ein starker Markt weg.

Was Badoo kostet

Belastbar sind derzeit nur die Preise der In-App-Käufe im deutschen App Store, abgerufen am 10.08.2026 bei App-Version 5.471.0. Die Preisseite auf der Website ist ohne Login nicht abrufbar, und die Zahlen kursierender Vergleichsportale widersprechen sich oder sind mehrere Jahre alt. Wir führen deshalb nur auf, was sich prüfen ließ. Rechne damit, dass Web- und App-Preise voneinander abweichen und dass dir im Konto abweichende Angebote angezeigt werden.

Angebot Preis im deutschen App Store (Stand 10.08.2026) Anmerkung
Badoo Premium 5,99 Euro und 7,99 Euro Laufzeit wird in der Store-Liste nicht ausgewiesen
7 Days Badoo Premium 7,99 Euro und 9,99 Euro Kurzlaufzeit über eine Woche
Super Powers 2,99 Euro und 8,99 Euro Alte Produktbezeichnung, läuft parallel zu Premium weiter
Paket mit 100 Punkten 1,99 Euro Einzelkauf, keine Laufzeit
Paket mit 550 Punkten 12,99 Euro Einzelkauf, keine Laufzeit
250 Badoo Credits 0,99 Euro Zweite Währung neben den Punkten
Registrierung, Profil, Suche, Nachrichten nach Angaben des Anbieters kostenlos Reichweite und Sichtbarkeit sind in der Gratisnutzung begrenzt

Auffällig ist das Nebeneinander von Punkten, Credits, Premium und der alten Bezeichnung Super Powers. Wer hier nicht aufpasst, kauft zweimal dasselbe. Prüfe vor jedem Kauf, welche Laufzeit hinterlegt ist und ob sich das Abo automatisch verlängert. Das Europäische Verbraucherzentrum warnt bei Online-Partnerbörsen ausdrücklich vor teuren Abos und vor Fake-Profilen.

Seriosität, Sicherheit und Fake-Profile

Badoo ist kein dubioses Angebot. Hinter der App steht ein börsennotiertes Unternehmen mit Impressum, Handelsregistereintrag und Umsatzsteuernummer. Technisch stehen eine Foto- und Videoverifizierung und ein Filter für anzügliche Nachrichten bereit. Im deutschen App Store liegt die Bewertung bei 4,5 von 5 Sternen aus 51.258 Stimmen, Stand 10.08.2026.

Dem stehen die bekannten Beschwerden gegenüber: unechte Profile, automatisierte Konten und Ärger über laufende Kosten. Eine belastbare Quote lässt sich dafür nicht seriös angeben, und wir verzichten bewusst auf eine erfundene Zahl. Praktisch heißt das: Verifiziere dein eigenes Profil, achte bei anderen auf das Verifizierungszeichen, und werde misstrauisch, sobald jemand nach kurzer Zeit auf einen anderen Messenger wechseln oder über Geld sprechen will.

Nutzerzahlen mit Vorsicht lesen

Zahlen zur Größe von Badoo in Deutschland gibt es nicht aus einer prüfbaren Quelle. Bumble Inc. weist keine Länderzahlen aus. Die im Netz verbreiteten Angaben zu Millionen deutschen Mitgliedern oder Hunderttausenden aktiven Profilen pro Woche stammen aus undatierten Vergleichsseiten und lassen sich nicht nachvollziehen. Gleiches gilt für die kursierenden Weltmarktzahlen von mehreren hundert Millionen registrierten Nutzern. Nach Angaben des Anbieters gab es über 100 Millionen Downloads im Play Store. Registrierungen und Downloads sagen allerdings wenig darüber aus, wie viele Menschen die App heute wirklich benutzen.

Wie stabil ist Badoo

Eine Abschaltung ist nicht angekündigt. Die Website lädt, die iOS-App wurde zuletzt am 20. Juli in Version 5.471.0 aktualisiert. Trotzdem gehört ein Hinweis auf das Bestandsrisiko in einen ehrlichen Testbericht: Nach Berichten von Reuters und Bloomberg vom 25. und 26. Juni 2026 lotet Bumble mit Morgan Stanley einen Verkauf des Unternehmens aus. Der Marktwert lag zu dem Zeitpunkt bei rund 388 Millionen US-Dollar, die Aktie hatte binnen zwölf Monaten 48 Prozent verloren. Der Konzern meldete im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 210,5 Millionen US-Dollar und einen Nettoverlust von 127,9 Millionen US-Dollar. Eine Entscheidung war zuletzt nicht gefallen, ein Verkauf oder eine Einstellung von Badoo ist nicht belegt.

Für dich bedeutet das nichts Dramatisches, aber es spricht gegen lange Laufzeiten. Wenn du zahlst, dann eher kurz als über sechs oder zwölf Monate.

Für wen lohnt sich das

Badoo ist sinnvoll für dich, wenn:

  • du in einer größeren Stadt wohnst und Auswahl wichtiger ist als Passgenauigkeit,
  • du locker Kontakte knüpfen willst, ohne dich sofort auf eine feste Beziehung festzulegen,
  • du zunächst gratis testen und erst später über einen Kauf entscheiden willst,
  • dich ein internationales Publikum nicht stört.

Badoo ist eher nichts für dich, wenn:

  • du eine langfristige Partnerschaft mit klarem Abgleich der Lebensplanung suchst,
  • du im ländlichen Raum lebst und auf eine dichte Nutzerbasis angewiesen bist,
  • du wenig Geduld für unechte Profile und Werbenachrichten hast,
  • du Wert auf einen Anbieter mit deutscher Adresse und telefonischem Support legst.

Und ein Punkt, den kein Portal für dich löst: Wenn die Gespräche regelmäßig nach zwei Nachrichten abreißen, liegt das selten an der Plattform. Wie du Kontakte in echte Verabredungen überführst, ist Thema unseres Master-Programms.

Häufige Fragen

Kann ich Badoo kostenlos nutzen?

Ja. Registrierung, Profil, Suche und das Schreiben von Nachrichten sind nach Angaben des Anbieters ohne Zahlung möglich. Sichtbarkeit und einzelne Funktionen sind in der Gratisnutzung begrenzt, dafür gibt es die Punkte, Credits und Premium-Pakete.

Was kostet Badoo im Monat?

Einen gesicherten Monatspreis für die Website können wir nicht nennen, weil die Preisseite ohne Login nicht abrufbar ist. Nachprüfbar sind nur die In-App-Käufe im deutschen App Store, dort standen am 10.08.2026 für Badoo Premium 5,99 Euro und 7,99 Euro, ohne ausgewiesene Laufzeit. Kursierende Angaben wie 42,99 Euro für drei Monate stammen aus Vergleichsseiten mit Stand 2023 und sind nicht aktuell.

Gehört Badoo zu Bumble?

Ja. Betreiber ist die Badoo Trading Limited in London, sie gehört zu Bumble Inc., das seit Februar 2021 an der Nasdaq notiert ist. Beide Apps laufen weiterhin getrennt.

Gibt es viele Fake-Profile auf Badoo?

Beschwerden über unechte Profile und Bots halten sich seit Jahren. Eine belegbare Quote gibt es nicht. Der Anbieter stellt Foto- und Videoverifizierung sowie einen Filter für anzügliche Nachrichten bereit. Nutze beides und melde auffällige Konten.

Wird Badoo eingestellt?

Nichts deutet aktuell darauf hin, angekündigt ist nichts. Das Segment verliert allerdings zweistellig an Umsatz und zahlenden Nutzern, und die Konzernmutter prüft seit Juni 2026 einen Verkauf. Wähle im Zweifel kurze Laufzeiten.

Fazit

Badoo ist 2026 ein regulärer, aber kleiner gewordener Anbieter. Die Basis ist weiter groß genug für lockere Kontakte in Städten, die Gratisnutzung reicht für einen ehrlichen Selbsttest, und die Einstiegspreise im App Store sind niedrig. Gegen Badoo sprechen die schwer prüfbare Preisstruktur, die anhaltenden Beschwerden über unechte Profile und der Schrumpfkurs des Betreibers. Wer eine feste Beziehung sucht, ist bei einem Anbieter mit ausführlichem Profilabgleich besser aufgehoben.

Gratis-Crashkurs
Die besten Lektionen, kostenlos
Ansehen