Vor ein paar Wochen saß mir im Coaching ein Mann gegenüber, Anfang dreißig, Kapuzenpulli, dunkle Ringe unter den Augen. Er hatte sein Handy auf dem Tisch liegen, Display nach oben. Alle zwei Minuten wanderte sein Blick dorthin. Drei Jahre Beziehung, seit sechs Wochen getrennt, und er hatte ihr in diesen sechs Wochen 214 Nachrichten geschrieben. Er wusste die Zahl auswendig. Sie hatte auf vier geantwortet.
Ich erzähle dir das nicht, um ihn vorzuführen. Ich erzähle es dir, weil ich ziemlich sicher bin, dass du gerade etwas Ähnliches erlebst. Vielleicht sind es bei dir keine 214 Nachrichten. Vielleicht ist es das stundenlange Scrollen durch ihre Story. Das Formulieren von Texten, die du dann doch nicht abschickst. Das Wachliegen um drei Uhr nachts mit der Frage: Wie bekomme ich sie zurück?
Ich arbeite seit vielen Jahren als Flirt- und Beziehungscoach, und das Thema Ex zurückgewinnen gehört zu den häufigsten Anliegen, mit denen Männer zu mir kommen. Ich sage dir gleich zu Beginn etwas, das dir vermutlich kein Ex-zurück-Ratgeber im Internet sagt: Ich werde dir hier keine Tricks zeigen, mit denen du sie herummanipulierst. Erstens funktionieren die nicht. Zweitens hätte eine Beziehung, die auf so einem Fundament neu startet, keine Zukunft. Und drittens hat deine Ex-Freundin, genau wie du, ein Recht auf eine freie Entscheidung.
Was ich dir stattdessen zeige: wie du die Trennung wirklich verstehst, warum eine Kontaktsperre gerade jetzt das Beste ist, was du tun kannst, wie du wieder zu dem Mann wirst, in den sie sich mal verliebt hat (oder zu einem besseren), und woran du erkennst, ob eine Wiederannäherung realistisch ist oder ob Loslassen die stärkere Entscheidung wäre. Beides ist möglich. Beides ist okay.
Wie stehen deine Chancen? Der Ex-zurück-Check
6 Fragen, eine ehrliche Ersteinschätzung deiner Ausgangslage. In unter einer Minute.
1. Wie lange ist die Trennung her?
2. Wer hat die Trennung ausgesprochen?
3. Wie ist der Kontakt gerade?
4. Der Grund für die Trennung war…
5. Hast du seit der Trennung an dir gearbeitet?
6. Ist sie aktuell in einer neuen Beziehung?
Ergebnis an uns senden & ehrliche Einschätzung holen
Grobe Ersteinschätzung, kein Urteil. Für eine echte Einschätzung sprich mit uns.
Bevor du irgendetwas tust: eine ehrliche Frage an dich
Willst du sie zurück? Oder willst du, dass der Schmerz aufhört?
Das klingt nach Haarspalterei, ist aber der wichtigste Unterschied überhaupt. Eine Trennung fühlt sich an wie Entzug. Dein Kopf spielt dir in Dauerschleife die besten Momente vor: der erste Kuss, der Urlaub in Portugal, wie sie gelacht hat, wenn du schlecht getanzt hast. Die Streits, das monatelange Schweigen beim Abendessen, das Gefühl, ständig zu wenig zu sein, blendet dein Gehirn großzügig aus. Es will die Droge zurück, nicht die Realität.
Deshalb stelle ich jedem Mann, der mit diesem Thema zu mir kommt, drei Fragen. Nimm dir für jede davon ehrlich Zeit:
- Wie ging es dir in den letzten drei Monaten der Beziehung? Nicht am Anfang. In den letzten drei Monaten. Warst du glücklich, gesehen, entspannt? Oder hast du schon lange auf Zehenspitzen gelebt?
- Was genau vermisst du? Sie als Person, mit allen Ecken? Oder das Gefühl, nicht allein zu sein, die Routine, die Sicherheit?
- Würdest du diese Frau heute neu kennenlernen wollen, mit allem, was du inzwischen über euch weißt?
Der Mann mit den 214 Nachrichten hat bei der ersten Frage lange geschwiegen. Dann sagte er: „Ehrlich gesagt war das letzte Jahr ziemlich furchtbar.“ Er wollte nicht seine Ex zurück. Er wollte den Mann zurück, der er vor der Beziehung gewesen war. Das ist ein völlig anderes Projekt, und ein deutlich lohnenderes.
Vielleicht kommst du bei diesen Fragen aber auch zu einem anderen Ergebnis. Vielleicht war eure Beziehung im Kern gut, und ihr seid an etwas gescheitert, das sich verändern lässt: Stress, schlechte Kommunikation, Vernachlässigung, verletzte Bedürfnisse auf beiden Seiten. Dann kann der Wunsch, deine Ex zurückzugewinnen, berechtigt sein. Auch dann gilt: Der Weg führt nicht über Druck, sondern über echte Veränderung. Das war übrigens die einzige Stelle in diesem Text, an der ich diesen Satzbau benutze, versprochen.
Die Trennung verstehen: Warum sie wirklich gegangen ist
Wenn du deine Ex-Freundin zurückgewinnen willst, musst du zuerst begreifen, warum sie gegangen ist. Nicht, was sie beim Schlussmachen gesagt hat. Warum sie wirklich gegangen ist. Das sind oft zwei verschiedene Dinge.
Der Abschied begann früher, als du denkst
Für dich kam die Trennung vielleicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Für sie fast nie. Frauen treffen so eine Entscheidung selten spontan. Sie verabschieden sich innerlich in Etappen: Erst kämpfen sie, sprechen Dinge an, wünschen sich Veränderung. Wenn nichts passiert, werden sie stiller. Irgendwann hören die Vorwürfe auf, und genau dieser Moment, in dem es „endlich wieder harmonischer“ wirkt, ist oft der gefährlichste. Sie hat dann nicht Frieden geschlossen. Sie hat aufgegeben.
Wenn du ehrlich zurückblickst: Gab es diese Phase? Hat sie Dinge angesprochen, immer wieder, und du hast es als Nörgeln abgetan? Das ist unangenehm zu sehen. Aber diese Ehrlichkeit ist die Grundlage für alles Weitere. Wer die gescheiterte Beziehung nicht versteht, wiederholt sie, mit derselben Frau oder mit der nächsten.
„Ich liebe dich, aber ich bin nicht mehr verliebt“
Diesen Satz höre ich in Coachings ständig, in unzähligen Varianten. Dahinter steckt fast immer dasselbe: Die Anziehung ist über die Zeit erodiert. Nicht, weil du dicker oder älter geworden bist. Sondern weil aus dem Mann mit eigenen Zielen, eigenen Freunden und eigenem Feuer ein Mann geworden ist, der sich in der Beziehung aufgelöst hat. Der jede Entscheidung abgibt. Der klammert, kontrolliert oder einfach nur noch auf dem Sofa neben ihr existiert.
Eine Frau verlässt selten den Mann, in den sie sich verliebt hat. Sie verlässt den, der aus ihm geworden ist.
Das ist hart, ich weiß. Es ist aber auch eine gute Nachricht in Arbeitskleidung: An deiner Ausstrahlung, deiner Eigenständigkeit und deinem Selbstwert kannst du arbeiten. An ihrem freien Willen nicht, und das sollst du auch gar nicht.
Manchmal liegt es nicht an dir
Der Vollständigkeit halber: Es gibt Trennungen, die wenig mit dir zu tun haben. Sie hat sich in eine andere Richtung entwickelt. Sie hat jemanden kennengelernt. Sie will in eine andere Stadt, ein anderes Leben. Auch das musst du ernst nehmen, statt es wegzuinterpretieren. Eine Frau, die sagt „Es liegt nicht an dir“, meint das manchmal genau so. Und eine Frau, die bereits in einer neuen, glücklichen Beziehung ist, wirbst du nicht zurück. Du respektierst ihre Entscheidung. Punkt.
Die Kontaktsperre: Warum kein Kontakt jetzt das Richtige ist
Jetzt zum praktischen Teil. Das Erste, was ich dir rate, ist zugleich das Schwerste: Stell den Kontakt ein. Vollständig. In der Szene heißt das Kontaktsperre oder No Contact, und es ist der Punkt, an dem ich mit vielen Ex-zurück-Ratgebern über Kreuz liege. Denn dort wird die Kontaktsperre als Trick verkauft: Ignorier sie, dann will sie dich wieder. Das ist Unsinn, und es ist ein manipulativer Gedanke obendrein.
Was die Kontaktsperre wirklich ist
Die Kontaktsperre ist kein Werkzeug, um sie eifersüchtig oder unruhig zu machen. Sie ist ein Schutzraum. Für dich.
Direkt nach einer Trennung bist du emotional schlicht nicht zurechnungsfähig. Jeder Kontakt reißt die Wunde neu auf. Jede Nachricht von ihr, und sei es ein „Wie geht’s dir?“, wirft dich zwei Wochen zurück. Und jede Nachricht von dir in diesem Zustand, glaub mir, bereust du später. Betteln, Diskutieren, nächtliche Sprachnachrichten, das große Rechtfertigungs-Essay um 2:40 Uhr: All das nimmt dir Würde und ihr die Möglichkeit, dich zu vermissen oder auch nur neutral an dich zu denken.
Nebenbei passiert etwas Zweites, und das darfst du wissen, ohne es zum Ziel zu erklären: Wenn du wirklich verschwindest, statt als ständiger Bittsteller präsent zu bleiben, bekommt auch sie zum ersten Mal Raum, die Trennung zu spüren. Ob daraus Vermissen wird oder Erleichterung, entscheidet sie. Beides ist eine ehrliche Antwort, und beide Antworten sind wertvoller als ein Kontakt, der nur aus deinem Drängen besteht.
So sieht die Kontaktsperre konkret aus
- Keine Nachrichten, keine Anrufe, keine „zufälligen“ Begegnungen. Auch kein Kommentar unter ihrem Foto, kein Like um Mitternacht als Lebenszeichen.
- Stumm schalten statt beobachten. Du musst sie nicht blockieren, wenn sich das zu endgültig anfühlt. Aber schalte ihre Storys und Beiträge stumm. Ihr Profil zu studieren ist Kontakt, nur eben einseitiger und quälender.
- Gib Dinge zurück, ohne ein Drama daraus zu machen. Ein Karton, eine kurze sachliche Nachricht, fertig. Kein Abschiedsbrief im Karton.
- Dauer: mehrere Wochen, als Richtwert oft rund zwei Monate. Nicht als magische Frist, nach der sie zurückkommt, sondern als Zeitraum, in dem du wieder auf die Beine kommst. Manche brauchen länger. Das Kriterium ist dein Zustand, nicht der Kalender.
- Ausnahmen nur, wenn es sein muss: gemeinsame Kinder, gemeinsame Wohnung, gemeinsamer Arbeitgeber. Dann gilt: freundlich, sachlich, aufs Organisatorische begrenzt.
Wie tief diese Zeit wirkt und was in ihr mit dir passiert, habe ich in einem eigenen Artikel über die Kontaktsperre nach der Trennung ausführlich beschrieben.
Wenn sie sich während der Kontaktsperre meldet
Kommt vor, und zwar öfter, als du denkst. Ein „Na, wie läuft’s?“ um 23 Uhr. Ein Meme, das euch beide betrifft. Bleib freundlich und kurz. Antworte nach ein paar Stunden, nicht nach vierzig Sekunden, und nicht mit drei Absätzen. Was du nicht tust: das als Comeback-Signal deuten und sofort das große Klärungsgespräch anzetteln. Oft testet sie nur, ob du noch verfügbar bist, manchmal fehlt ihr schlicht die Gewohnheit, häufig weiß sie es selbst nicht. Lass es eine kleine Nachricht sein. Mehr war es nämlich auch nicht.
Was du auf keinen Fall tun solltest
Bevor wir zum Aufbau kommen, muss ich einmal den Abrissbagger parken. Es gibt eine Handvoll Verhaltensweisen, die ich in Coachings immer wieder sehe und die eine Wiederannäherung zuverlässiger zerstören als jeder Streit, den ihr je hattet. Manche davon fühlen sich im Moment sogar richtig an. Romantisch. Entschlossen. Sie sind es nicht.
Betteln und Verhandeln
„Bitte gib mir noch eine Chance. Ich ändere mich, ich verspreche es.“ Ich verstehe den Impuls. Und ich sage dir, was bei ihr ankommt: ein Mann, der seine Not über ihre Entscheidung stellt. Betteln erzeugt Mitleid, und Mitleid ist so ziemlich das Gegenteil von Anziehung. Dazu kommt etwas Praktisches: Was du erbettelst, gehört dir nie. Selbst wenn sie nachgibt, wisst ihr beide, wie diese zweite Runde zustande kam. Auf so einem Boden wächst nichts.
Love-Bombing: die Blumen-Offensive
Ein Klient von mir, nennen wir ihn Daniel, hat nach der Trennung drei Wochen lang jeden Freitag Blumen in ihre Firma schicken lassen. Er fand das eine große Geste. Sie fand es so unangenehm, dass ihre Kollegin irgendwann den Boten an der Rezeption abgefangen hat. Teure Geschenke, Liebesbriefe, die Playlist mit euren Songs, plötzliche Umbauten deines Lebens, die du ihr sofort präsentierst: Das alles ist Druck in Geschenkpapier. Sie soll etwas fühlen, was sie gerade nicht fühlt, und sie merkt das. Frauen haben dafür feinste Sensoren.
Eifersucht schüren
Der Klassiker aus den einschlägigen Foren: Zeig dich mit einer anderen Frau, dann merkt sie, was sie verliert. Ich halte davon gar nichts. Sie sieht das Foto und zieht ihren Schluss: Der ist fertig mit mir. Oder schlimmer: Der spielt Spielchen. Beides bringt dich weiter von ihr weg. Und falls sie tatsächlich eifersüchtig wird und deshalb zurückkommt, hast du eine Beziehung, die auf Verlustangst neu startet. Die kennst du schon. Sie ist gerade erst zu Ende gegangen.
Freunde als Boten und Spione
„Kannst du mal vorsichtig rausfinden, wie sie über mich redet?“ Nein. Kann er nicht, soll er nicht. Erstens erfährt sie es, gemeinsame Freundeskreise sind undicht wie ein Sieb. Zweitens setzt du Menschen, die euch beide mögen, zwischen die Stühle. Drittens machen dich Informationen aus zweiter Hand verrückter, als keine Informationen es je könnten. Ein halber Satz, weitergegeben und dabei verbogen, und du liegst wieder drei Nächte wach.
Der betrunkene Anruf und der spontane Besuch
Samstagnacht, zwei Uhr, vier Bier. Dein Daumen schwebt über ihrem Namen. Leg das Handy weg. Gib es einem Freund. Lösch zur Not ihre Nummer für diesen Abend. Kein einziges Gespräch, das um diese Uhrzeit in diesem Zustand geführt wurde, hat je eine Beziehung gerettet. Und unangekündigt vor ihrer Tür zu stehen ist noch eine Stufe darüber: Was sich in deinem Kopf wie ein Filmmoment anfühlt, ist für sie eine Situation, in der sie sich bedrängt fühlt, vielleicht sogar unsicher. Wenn du aus diesem Abschnitt nur eine Sache mitnimmst, dann diese: Ihr Sicherheitsgefühl steht über deinem Bedürfnis nach einem großen Moment.
Der eigentliche Weg: Arbeite an dir, nicht an ihr
Und jetzt kommt der Teil, der über alles entscheidet. Die Kontaktsperre ist nur die Hülle. Was zählt, ist, was du in dieser Zeit tust.
Ich formuliere es mal unbequem: Wenn du die nächsten zwei Monate damit verbringst, auf dem Sofa ihre alten Nachrichten zu lesen und Ex-zurück-Videos zu schauen, hast du am Ende der Kontaktsperre nichts gewonnen. Du bist dann derselbe Mann wie am Tag der Trennung, nur zwei Monate einsamer. Die Frage ist nicht, wie du die Zeit überbrückst, bis du dich wieder melden „darfst“. Die Frage ist, wer du am Ende dieser Zeit sein willst.
Zuerst: Trauer zulassen, dann sortieren
Bevor du irgendein Selbstoptimierungsprogramm startest: Eine Trennung ist ein Verlust, und Verlust tut weh. Du darfst ein paar Tage am Boden sein. Heul dich aus, sprich mit deinem besten Freund, lauf durch den Regen, was auch immer dir entspricht. Männer, die den Schmerz wegdrücken, tragen ihn Jahre mit sich herum. Wie du diese Phase durchstehst, ohne darin zu versinken, findest du in meinem Leitfaden zum Thema Trennungsschmerz verarbeiten. Wichtig ist nur die Reihenfolge: erst fühlen, dann handeln. Nicht andersherum, und schon gar nicht beides gleichzeitig um drei Uhr nachts per Sprachnachricht.
Selbstwert: das Fundament, ohne das nichts geht
Fast jeder Mann, der nach einer Trennung zu mir kommt, hat denselben blinden Fleck: Sein Selbstwert hing an ihr. Ihre Bestätigung war sein Treibstoff. Als sie ging, ging auch der Treibstoff, und jetzt fühlt er sich wertlos, weil die Instanz weg ist, die ihm täglich gesagt hat, dass er okay ist.
So ein Selbstwert ist geliehen, und geliehener Selbstwert wird immer irgendwann zurückgefordert. Der Weg raus: Bau dir einen eigenen auf. Halte Versprechen, die du dir selbst gibst. Trainiere, weil du es dir zugesagt hast, nicht weil sie es sehen soll. Bring Dinge zu Ende. Sag in kleinen Situationen ehrlich deine Meinung, auch wenn Gegenwind kommt. Selbstwert entsteht selten vorm Spiegel beim Aufsagen von Affirmationen. Er entsteht durch Beweise, die du dir selbst lieferst. Wie das Schritt für Schritt geht, habe ich im großen Guide Selbstbewusstsein steigern aufgeschrieben.
Attraktivität: mehr als frische Klamotten
Ja, geh zum Sport. Ja, lass dir einen guten Haarschnitt machen, miste deinen Kleiderschrank aus, schlaf ausreichend. Das hilft, und zwar zuerst dir: Wer sich im Spiegel gefällt, geht anders durch den Tag. Aber Attraktivität ist zu vielleicht einem Fünftel Optik. Der Rest ist Ausstrahlung: ein Mann mit eigenen Zielen, echten Interessen, Humor und einem Leben, das auch ohne Partnerin funktioniert. Das war es, was sie am Anfang an dir gesehen hat, und das ist es, was im Laufe eurer Beziehung vermutlich verblasst ist. Was anziehende Wirkung wirklich ausmacht und wie du sie systematisch aufbaust, liest du im Pillar Attraktivität steigern als Mann.
Dein Leben wieder hochfahren
Ein Teilnehmer aus einem meiner Seminare, nennen wir ihn Jonas, hatte in vier Jahren Beziehung sein komplettes Sozialleben eingedampft. Fußball aufgegeben, Freunde nur noch als Paar-Abende, Urlaub nur noch zu zweit. Nach der Trennung stand er vor einem leeren Kalender und einem leeren Handy. Was er in der Kontaktsperre gemacht hat: altes Fußballteam angeschrieben, zwei Kumpels reaktiviert, allein nach Lissabon geflogen, obwohl ihm davor mulmig war. Als ich ihn drei Monate später wiedersah, war das ein anderer Mann. Aufrechter. Lauter beim Lachen. Seine Ex hat sich übrigens tatsächlich wieder gemeldet. Und Jonas hat gemerkt, dass er gar nicht mehr zurückwollte. Auch das ist ein Erfolg, vielleicht der größte.
Falls du eher der zurückhaltende Typ bist, dem es schwerfällt, auf Menschen zuzugehen und neue Kontakte aufzubauen, arbeite gezielt daran. Im Guide Schüchternheit überwinden zeige ich dir, wie du da rauskommst, in kleinen Schritten und ohne dich zu verbiegen.
Du willst vom Lesen ins Machen kommen? In meinem kostenlosen Crashkurs zeige ich dir die wichtigsten Hebel für Selbstbewusstsein und Ausstrahlung, die Basis, auf der jede Wiederannäherung und jeder Neuanfang steht. Kein Blabla, konkrete Übungen. Hier kostenlos zum Crashkurs anmelden.
Wiederannäherung: Wann sie sinnvoll ist und wie sie respektvoll abläuft
Sagen wir, die Kontaktsperre liegt hinter dir. Du hast getrauert, gearbeitet, dein Leben läuft wieder. Und der Wunsch, es mit ihr noch einmal zu versuchen, ist immer noch da. Nicht als Schmerzreflex, sondern als klare, ruhige Überzeugung: Diese Frau, diese Beziehung, das war im Kern richtig. Dann, und erst dann, ergibt eine Wiederannäherung Sinn.
Ehrlicher Realitätscheck vorab
Zwei Dinge müssen stimmen, sonst lass es:
- Du hast dich wirklich verändert, nicht nur verkleidet. Wenn das Problem eurer Beziehung deine Eifersucht war und du in acht Wochen lediglich gelernt hast, sie besser zu verstecken, wird die zweite Runde schneller scheitern als die erste.
- Es gibt Anzeichen, dass die Tür nicht zu ist. Sie meldet sich hin und wieder, fragt gemeinsame Freunde nach dir, reagiert warm, wenn ihr euch zufällig seht. Nichts davon ist eine Garantie. Aber wenn seit Monaten komplette Funkstille herrscht, sie dich blockiert hat oder glücklich neu vergeben ist, dann ist ihre Antwort längst da. Du musst sie nur noch akzeptieren.
| Spricht für einen Versuch | Spricht fürs Loslassen |
|---|---|
| Die Trennungsgründe waren veränderbar (Stress, Kommunikation, Vernachlässigung) und du hast nachweislich daran gearbeitet | Die Trennungsgründe waren grundsätzlich: andere Lebensziele, fehlende Gefühle, jemand Neues |
| Sie hält von sich aus losen, warmen Kontakt | Sie hat klar um Abstand gebeten oder dich blockiert |
| Ihr hattet lange stabile, gute Phasen | Die Beziehung war überwiegend Krise, Streit oder Auf und Ab |
| Dein Wunsch fühlt sich ruhig an, du könntest auch ohne sie leben | Dein Wunsch fühlt sich an wie Panik, du erträgst das Alleinsein nicht |
| Beide Seiten haben Fehler eingestanden | Es gab Grenzüberschreitungen: Respektlosigkeit, wiederholtes Fremdgehen, Kontrolle |
Die vier Phasen der Wiederannäherung
Fast jede gelungene Wiederannäherung, die ich begleitet habe, lief in denselben vier Phasen ab. Kein starres Programm mit Wochenplan, eher wie Jahreszeiten: Du kannst den Sommer nicht vorziehen, indem du den Kalender umblätterst.
Phase 1: Stabilisierung. Das ist die Kontaktsperre plus die Arbeit an dir, wir haben sie oben durchgesprochen. Du bist fertig mit dieser Phase, wenn der Gedanke an sie dich noch berührt, dein Tag aber trotzdem dir gehört. Wer diese Phase überspringt, nähert sich als Bedürftiger an, und Bedürftigkeit riecht man durch jedes Display.
Phase 2: Erstkontakt. Eine leichte, echte Nachricht, dazu gleich mehr. In dieser Phase geht es um eine einzige Sache: herauszufinden, ob zwischen euch wieder ein normales, warmes Gespräch möglich ist. Mehr nicht. Kein Klärungsgespräch, keine Andeutungen, kein „Ich habe viel nachgedacht“. Ein paar lockere Nachrichtenwechsel über zwei, drei Wochen sind hier völlig normal.
Phase 3: Zeit miteinander. Kaffee, Spaziergang, später vielleicht ein Abendessen oder etwas, das euch beiden Spaß macht. In dieser Phase entsteht, was du nicht herbeireden kannst: neue gemeinsame Momente. Sie muss dich neu erleben können, den heutigen dich, sonst bleibt sie an ihrer Erinnerung an den alten hängen. Rechne hier in Begegnungen: Zwischen dem ersten Kaffee und einem echten Gespräch über euch liegen meist mehrere Treffen.
Phase 4: das offene Gespräch. Irgendwann liegt es auf dem Tisch, meistens spürt ihr beide den Moment. Jetzt darfst du sagen, was Sache ist: dass du sie vermisst hast, was du über dich und euch verstanden hast, was du dir wünschst. Und dann hörst du ihr zu. Wenn die ersten drei Phasen gut liefen, ist dieses Gespräch selten dramatisch. Es fühlt sich eher an wie das Aussprechen von etwas, das längst im Raum steht.
Der häufigste Fehler ist das Überspringen: aus Phase 1 direkt in Phase 4, per Sprachnachricht. Ich habe noch keinen Mann erlebt, bei dem das gut ausging.
Der erste Schritt: leicht, ehrlich, ohne Hintertür
Vergiss die vorformulierten „Ex-zurück-Textvorlagen“ aus dem Internet. Sie klingen wie das, was sie sind: auswendig gelernt. Schreib ihr eine kurze, entspannte Nachricht mit echtem Anlass. Du hast etwas gesehen, das euch verbindet, du willst wissen, wie es ihr geht, du bist bei einem Thema über sie gestolpert. Zwei, drei Sätze. Kein „Wir müssen reden“. Keine Gefühlsbeichte per WhatsApp. Und dann: aushalten. Sie darf kurz antworten, spät antworten, gar nicht antworten. Jede dieser Reaktionen ist eine Information, und du nimmst jede davon an, ohne nachzubohren.
Das erste Treffen: Kaffee, nicht Kerzenlicht
Wenn ihr euch schreibt und es fließt, schlag etwas Kleines vor. Kaffee, Spaziergang, eine Stunde. Kein Dreigängemenü, keine große Geste, kein Ort voller gemeinsamer Erinnerungen. Beim Treffen selbst gilt: Sei der Mann, der du inzwischen bist, nicht der Anwalt eurer alten Beziehung. Erzähl von deinem Leben, hör ihr wirklich zu, lach mit ihr. Die Vergangenheit darf vorkommen, aber nicht als Verhandlung. Ob aus einem Kaffee ein zweiter wird, entscheidet ihr beide, in ihrem Tempo genauso wie in deinem.
Konkrete Sätze für Nachricht und Gespräch
Ich gebe ungern Formulierungen vor, weil auswendig Gelerntes immer auswendig gelernt klingt. Trotzdem höre ich im Coaching ständig die Frage: „Und was sage ich dann konkret?“ Also gut. Hier ist die Tonlage, in der ich denken würde. Mach daraus deine eigenen Worte.
Für die erste Nachricht:
- „Hey, ich bin gestern an dem kleinen Ramen-Laden vorbeigelaufen, in dem du mich damals von Stäbchen überzeugt hast. Musste lachen. Ich hoffe, es geht dir gut.“
- „Hi, ich habe gehört, dass du die Prüfung hinter dir hast. Wollte nur sagen: stark. Ich habe nie daran gezweifelt.“
Beide Nachrichten haben einen echten Anlass, eine warme Note und keinerlei Forderung. Sie kann darauf antworten oder es lassen, ohne dass es peinlich wird. Das ist der Maßstab für jede erste Nachricht: Sie muss folgenlos bleiben dürfen.
Wenn sie beim Treffen fragt, warum du dich gemeldet hast: Dann bitte keine Ausflüchte. „Ich habe in den letzten Monaten viel über mich nachgedacht, und irgendwann war klar, dass ich dich gern wiedersehen wollte. Ohne Plan, ohne Erwartung. Ich wollte einfach wissen, wie es dir geht.“ Das ist ehrlich, es ist ruhig, und es lässt ihr allen Raum der Welt.
Wenn die alte Beziehung zur Sprache kommt, bevor du so weit bist: „Da ist einiges, worüber ich gern mal in Ruhe mit dir reden würde. Aber heute würde ich lieber erstmal hören, was bei dir los ist.“ Damit vertagst du das Thema, ohne ihm auszuweichen. Den Unterschied spürt sie.
Und im offenen Gespräch, wenn es so weit ist: „Ich habe verstanden, dass ich dir im letzten Jahr unserer Beziehung kaum noch zugehört habe. Das war mein Anteil, und daran habe ich gearbeitet. Ich wünsche mir eine zweite Chance mit dir. Und wenn du das anders siehst, respektiere ich das. Nimm dir die Zeit, die du brauchst.“
Sätze, die du streichst, bevor sie deinen Mund verlassen: „Du bist die Einzige für mich.“ (Druck.) „Ich kann ohne dich nicht leben.“ (Noch mehr Druck, und für sie obendrein ein Alarmsignal.) „Ich habe mich zu 100 Prozent verändert.“ (Eine Behauptung. Veränderung zeigt man, über Wochen, im Verhalten.) Merkst du das Muster? Alles, was sie in eine Verantwortung für dein Wohlergehen zieht, fliegt raus.
Wenn ihr zueinander zurückfindet: Baut etwas Neues
Der häufigste Fehler bei Liebescomebacks: Man wärmt die alte Beziehung auf, inklusive aller alten Muster, und wundert sich, dass sie nach drei Monaten wieder genauso schmeckt wie beim ersten Scheitern. Wenn ihr es ernst meint, redet über das, woran es lag. Einmal richtig, in Ruhe, mit der Bereitschaft, auch Unangenehmes zu hören. Vereinbart konkret, was anders laufen soll. Und dann datet euch neu: als die zwei Menschen, die ihr heute seid, mit dem Wissen von damals und der Neugier vom Anfang. Eine zweite Chance ist keine Fortsetzung. Sie ist eine neue Beziehung mit bekannter Besetzung.
Vertrauen und Anziehung neu aufbauen: zwei Baustellen, zwei Gewerke
Wenn ihr euch wieder annähert oder sogar wieder zusammen seid, stehen zwei Dinge auf dem Spiel, die man leicht verwechselt, die aber völlig unterschiedlich funktionieren: Vertrauen und Anziehung. Ich sehe ständig Männer, die an einer der beiden Baustellen ackern und die andere komplett vergessen.
Vertrauen: langsam, leise, in kleinen Münzen
Vertrauen wächst nach einer Trennung in einer einzigen Währung: angekündigtes Verhalten, das eintritt. Du sagst, du meldest dich am Donnerstag, du meldest dich am Donnerstag. Du sagst, du bist um sieben da, du bist um sieben da. Klingt banal. Ist es auch, und trotzdem scheitern viele Männer genau daran, weil sie das Große suchen: den Beweis, die Geste, das eine Gespräch, das alles heilt. So ein Gespräch gibt es nicht. Es gibt viele kleine Momente, in denen sie registriert: Auf den ist Verlass.
Rechne damit, dass sie anfangs prüft, oft unbewusst. Sie sagt kurzfristig ab und schaut, wie du reagierst. Sie erwähnt einen Kollegen und beobachtet dein Gesicht. Das ist kein Spiel gegen dich. Das ist ein Nervensystem, das sich einmal verbrannt hat und jetzt vorsichtig testet, ob der Herd noch heiß ist. Bleib in solchen Momenten gelassen, und zwar echt gelassen. Gespielte Coolness mit zusammengebissenen Zähnen hält keine drei Wochen.
Anziehung: die vergessene Baustelle
Und hier die Verwechslung: Viele Männer glauben, wenn sie nur brav genug sind, kommt auch das Kribbeln zurück. Tut es nicht. Anziehung entsteht bei deiner Ex nach denselben Gesetzen wie bei jeder anderen Frau: durch einen Mann mit eigenem Leben, eigener Meinung und einer gewissen Überraschung im Ärmel. Plane Dinge, die dir Spaß machen, und lade sie dazu ein. Widersprich ihr, wenn du anderer Meinung bist, freundlich und klar. Und flirte mit ihr. Ja, auch mit deiner Ex darfst du flirten, sobald ihr euch wieder gut versteht: ein bisschen Necken, ein Blick, der eine Sekunde länger bleibt. Wenn du dich dagegen zwei Monate lang wie ihr Praktikant verhältst, der auf Übernahme hofft, bekommt sie einen netten Bekannten zurück. Für eine zweite Beziehung reicht das nicht.
Verlässlichkeit plus Lebendigkeit: Diese Mischung war es, in die sie sich am Anfang verliebt hat. Diesmal steht sie auf einem Fundament.
Spezialfälle: wenn die Standardroute nicht reicht
Manche Konstellationen brauchen mehr als das Grundgerüst aus Kontaktsperre, Arbeit an dir und behutsamer Annäherung. Vier davon begegnen mir im Coaching so oft, dass sie hier einen eigenen Platz verdienen.
Du bist fremdgegangen: der lange Weg zurück
Zuerst das, was du vermutlich ungern hörst: Es gibt hier keine Abkürzung, und es gibt keine Garantie, dass sie je wieder Vertrauen fasst. Manche Frauen können verzeihen. Manche wollen es und schaffen es trotzdem nie ganz. Beides ist ihr gutes Recht.
Was den Unterschied macht, falls es eine Chance gibt: volle Verantwortung ohne Fußnoten. „Ich bin fremdgegangen, weil bei uns so viel schieflief“: Solche Sätze schieben ihr die halbe Schuld zu, während sie nach Geständnis klingen. Der Satz, der zählt, klingt anders. „Ich habe dich betrogen. Das war meine Entscheidung, und sie hat dich verletzt. Es gab keine Rechtfertigung dafür, und es wird keine geben.“ Danach: Geduld in einer Größenordnung, die dich fordern wird. Rechne in Monaten. Rechne mit Fragen, die zum zehnten Mal kommen, mit guten Wochen, auf die schwere folgen. Wenn sie fragt, antwortest du, so oft sie fragt. Transparenz ist in dieser Zeit keine Zumutung, sie ist die Miete für den Wiederaufbau. Und noch etwas, weil ich es oft sehe: Wer beim zweiten Anlauf seine Untreue kleinredet, sobald der erste Frieden eingekehrt ist, beweist ihr nachträglich, dass ihr Misstrauen richtig lag.
Sie hat dich betrogen, und du willst sie trotzdem zurück
Das gibt es, öfter als Männer öffentlich zugeben, und ich urteile nicht darüber. Aber ich stelle im Coaching dann immer dieselben zwei Fragen. Erstens: Kannst du wirklich verzeihen, also so, dass du es ihr in künftigen Streits nie mehr vorhältst? Wenn du das Thema als Trumpf im Ärmel behalten würdest, wird die zweite Beziehung eine Dauergerichtsverhandlung, und darunter leidet ihr beide. Zweitens: Zeigt sie ernsthaftes Interesse an Wiedergutmachung, oder wünschst du dir das nur? Reue erkennst du an Verhalten über Zeit, an Geduld mit deinem Misstrauen, an Offenheit ohne Drängen. Wenn davon nichts da ist, verwechselst du womöglich Hoffnung mit Anhaltspunkten.
Große Distanz: Trennung über Kilometer
Fernbeziehungen zerbrechen selten am fehlenden Gefühl und oft an der Logistik des Vermissens. Wenn eure Trennung damit zu tun hatte, gilt eine unbequeme Wahrheit: Ihr könnt schreiben und telefonieren, so viel ihr wollt, entschieden wird eine Wiederannäherung in physischer Anwesenheit. Ein Videocall transportiert vielleicht die Hälfte von dem, was zwischen zwei Menschen an einem Küchentisch passiert. Wenn sich nach dem Erstkontakt also ein echtes Gespräch entwickelt, plane bald ein Treffen in ihrer oder deiner Stadt, ohne daraus ein Staatsereignis zu machen. Ein Wochenende, lockeres Programm, eigene Unterkunft. Die eigene Unterkunft ist wichtiger, als du denkst: Sie nimmt der Sache jeden Druck. Und falls ihr wieder zusammenfindet, braucht ihr diesmal eine Antwort auf die Frage, an der es beim ersten Mal scheiterte. Wer zieht wann wohin, und was gilt bis dahin? Eine Fernbeziehung ohne gemeinsamen Plan ist ein Provisorium, und Provisorien halten bekanntlich lange, aber selten glücklich.
On-Off: wenn ihr das schon dreimal hattet
Trennung, Versöhnung, Trennung, Versöhnung. Falls dir dieses Muster bekannt vorkommt, lautet die wichtigste Frage diesmal: Was soll beim vierten Anlauf anders laufen als bei den ersten drei? Konkret, benennbar, überprüfbar. „Wir lieben uns eben“ reicht als Antwort leider nicht, das tatet ihr bei jedem der letzten Versuche auch. On-Off-Paare versöhnen sich fast immer in der Sehnsuchtsphase und trennen sich wieder, sobald der Alltag die alten Konflikte hervorholt, die nie jemand gelöst hat. Wenn ihr es diesmal ernst meint: Löst genau diese Konflikte, bevor ihr wieder ein Paar werdet. Zur Not mit professioneller Begleitung, eine Paarberatung ist kein Armutszeugnis. Und wenn keiner von euch bereit ist, diese Arbeit zu investieren, habt ihr eure Antwort ebenfalls.
Realistische Zeiträume: wie lange das alles dauert
Diese Frage kommt in fast jedem Coaching, meist in der ersten Stunde: „Horst, wie lange dauert das?“ Ich verstehe sie gut. Ungewissheit zermürbt mehr als jede schlechte Nachricht. Trotzdem wäre jede exakte Zahl gelogen. Was ich dir geben kann, sind Größenordnungen aus vielen Jahren Praxis.
Die Stabilisierungsphase mit Kontaktsperre dauert bei den meisten Männern sechs bis acht Wochen, bei tiefen Wunden auch drei, vier Monate. Die Wiederannäherung selbst, vom Erstkontakt bis zu dem Punkt, an dem ihr ehrlich über eine zweite Chance sprecht, zieht sich über weitere Wochen bis Monate. Zusammengerechnet landest du realistischerweise bei einigen Monaten bis etwa einem halben Jahr, manchmal länger. Nach einem Vertrauensbruch: deutlich länger.
Ich weiß, wie sich das liest, wenn du gerade mitten im Schmerz steckst. Wie eine Ewigkeit. Aber dreh die Perspektive einmal um: Ihr wart vielleicht zwei, drei, fünf Jahre zusammen. Gemessen daran sind ein paar Monate für einen echten Neuaufbau ein fairer Preis. Alles, was deutlich schneller geht, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Rückfall in alte Gewohnheiten, ausgelöst von Einsamkeit auf einer oder beiden Seiten. Solche Blitz-Comebacks erlebe ich regelmäßig, und sie halten ungefähr so lange wie ein Pflaster auf nasser Haut.
Ein Wort noch zu Deadlines. Setz dir keine der Sorte „Bis Silvester ist sie wieder meine Freundin“. So eine Frist macht aus jedem ihrer zögerlichen Tage eine Katastrophe und aus dir einen Mann, der auf die Uhr schaut, während sie fühlt. Was du dir setzen darfst, sind Grenzen für dich selbst: „Wenn ich in einem halben Jahr merke, dass ich nur warte und sich nichts bewegt, schließe ich das Kapitel.“ Das ist kein Countdown gegen sie. Das ist Selbstachtung mit Datum.
Wann Loslassen die stärkere Wahl ist
Jetzt der Abschnitt, den viele Ex-zurück-Seiten weglassen, weil er nichts verkauft. Ich halte ihn für den wichtigsten.
Es gibt Situationen, in denen die stärkste, männlichste, erwachsenste Entscheidung darin besteht, sie gehen zu lassen:
- Sie hat klar und mehrfach Nein gesagt. Ein Nein ist eine Antwort, keine Verhandlungsbasis. Wer nach dem dritten Nein weitermacht, kämpft nicht romantisch um die große Liebe. Er bedrängt einen Menschen, der in Ruhe gelassen werden will.
- Sie ist glücklich neu vergeben. Das tut brutal weh, und du darfst darüber wütend und traurig sein. Aber ihre neue Beziehung zu sabotieren oder als Wartezimmer zu betrachten schadet allen dreien, dir eingeschlossen.
- Die Beziehung hat dir nicht gutgetan. Ständige Abwertung, Kontrolle, Dramaspiralen, wiederholtes Fremdgehen. Dass du jemanden vermisst, heißt nicht, dass er gut für dich war. Entzug fühlt sich immer wie Liebe an.
- Du merkst, dass du nur die Einsamkeit fürchtest. Dann ist die Aufgabe nicht, sie zurückzuholen, sondern ein Leben aufzubauen, das sich auch allein richtig anfühlt. Aus so einem Leben heraus entstehen übrigens die besten neuen Beziehungen.
Woran du erkennst, dass es wirklich vorbei ist
Neben diesen Situationen gibt es Signale, die du lesen können solltest, gerade weil Hoffnung sie so gern übersieht. Aus ihrer Richtung: Sie hat dich seit Monaten blockiert und keinen Weg gesucht, das zu ändern. Sie gibt deine Sachen zurück, sachlich, ohne jede Regung, und fragt nichts über dein Leben. Gemeinsame Freunde erzählen, dass du in ihren Gesprächen schlicht nicht mehr vorkommst. Merk dir dabei eines: Gleichgültigkeit ist das eigentliche Ende einer Liebe. Wut, Vorwürfe, sogar Kälte können noch Beteiligung sein. Wenn sie dir freundlich und unbeteiligt begegnet wie einem alten Klassenkameraden, hat sie die Geschichte für sich abgeschlossen.
Und aus deiner Richtung gibt es einen Test, der ehrlicher ist als jedes Gefühl in der Brust: Stell dir konkret euren Alltag vor, in einem Jahr, ein ganz normaler Dienstag. Einkaufen, Abendessen, ihre Gewohnheiten, eure alten Diskussionen. Wenn dich bei diesem Bild vor allem Erschöpfung anweht und die Sehnsucht nur bei den Highlight-Erinnerungen anspringt, dann vermisst du einen Film. Keine Beziehung. Das darfst du dir eingestehen. Es macht dich übrigens auch frei.
Loslassen ist kein Scheitern. Es ist die Entscheidung, deine Energie in etwas zu stecken, das eine Zukunft hat: in dich, in deine Freundschaften, irgendwann in eine Frau, die bleiben will. Der Schmerz wird kleiner, das verspreche ich dir, auch wenn du es heute nicht glauben kannst. Wenn du das Kapitel aktiv abschließen willst, helfen dir meine 16 Wege, eine Trennung zu verarbeiten beim ersten Stück des Weges.
Und noch etwas, aus vielen Jahren Coaching-Erfahrung: Die Männer, die eine Trennung genutzt haben, um an sich zu wachsen, bereuen diese Zeit fast nie. Egal, ob die Ex zurückkam oder nicht. Sie sagen hinterher Sätze wie: „Die Trennung war das Schlimmste, was mir passiert ist, und gleichzeitig der Startschuss für alles Gute danach.“ Ich habe das so oft gehört, dass ich es inzwischen für eine Art Naturgesetz halte.
Häufige Fragen zum Thema Ex zurückgewinnen
Wie stehen die Chancen, meine Ex zurückzugewinnen?
Seriös lässt sich das nicht in Prozenten beziffern, und jeder, der dir eine konkrete Erfolgsquote verspricht, will dir etwas verkaufen. Die Chancen hängen vor allem von drei Dingen ab: warum ihr euch getrennt habt, ob die Gründe veränderbar sind und ob du wirklich an dir arbeitest statt nur zu warten. Waren die Kernprobleme lösbar und gab es eine stabile gemeinsame Basis, ist ein Neuanfang möglich. Waren die Gefühle weg oder die Lebenswege grundverschieden, ist Loslassen meist der realistischere Weg.
Wie lange sollte die Kontaktsperre dauern?
Als Richtwert haben sich mehrere Wochen bis etwa zwei Monate bewährt, aber die Zahl ist weniger wichtig als das Kriterium dahinter: Die Kontaktsperre endet nicht, wenn der Kalender es sagt, sondern wenn du wieder stabil bist. Wenn du an sie denken kannst, ohne dass es dich umhaut. Wenn dein Alltag wieder dir gehört. Manche Männer brauchen dafür sechs Wochen, andere vier Monate. Beides ist normal.
Was mache ich, wenn meine Ex sich während der Kontaktsperre meldet?
Freundlich, kurz und ohne Hektik antworten. Keine Vorwürfe, keine Liebeserklärung, kein sofortiges Klärungsgespräch. Eine einzelne Nachricht von ihr bedeutet zunächst nur, dass sie an dich gedacht hat, nicht, dass sie zurückwill. Wenn sie ernsthaft das Gespräch sucht, wirst du das merken, weil sie es klar sagt.
Meine Ex hat einen neuen Freund. Habe ich noch eine Chance?
Wenn sie in einer glücklichen neuen Beziehung ist, respektierst du das und wirbst nicht um sie. Alles andere wäre übergriffig und würde sie dir eher weiter entfremden. Konzentriere dich auf dein eigenes Leben. Sollte ihre neue Beziehung von allein scheitern und sie den Kontakt zu dir suchen, könnt ihr neu schauen, wo ihr steht. Darauf warten solltest du allerdings nicht. Plane dein Leben so, als käme sie nicht zurück.
Sollte ich meiner Ex einen langen Brief schreiben und alles erklären?
In den allermeisten Fällen: nein. Der lange Brief ist fast immer ein Versuch, den eigenen Schmerz loszuwerden und doch noch zu überzeugen. Bei der Empfängerin kommt selten das an, was du dir erhoffst, eher Druck und schlechtes Gewissen. Wenn du deine Gedanken loswerden musst, schreib den Brief, und schick ihn nicht ab. Das klingt banal, wirkt aber erstaunlich gut.
Woran erkenne ich, dass ich besser loslassen sollte?
An drei Signalen: Sie hat wiederholt und eindeutig Nein gesagt. Die Beziehung hat dir über lange Strecken mehr geschadet als gutgetan. Oder du merkst bei ehrlicher Prüfung, dass du weniger sie vermisst als das Gefühl, nicht allein zu sein. In allen drei Fällen investierst du deine Kraft besser in dich und dein Leben. Loslassen heißt nicht, dass die Liebe nichts wert war. Es heißt, dass du ihren Wert kennst und trotzdem weitergehst.
Kann ich meine Ex zurückgewinnen, obwohl ich fremdgegangen bin?
Möglich ist es, aber es ist der längste und steilste Weg. Voraussetzung sind volle Verantwortung ohne Schuldverschiebung, ehrliche Antworten auf jede ihrer Fragen und Geduld über Monate, in denen ihr Misstrauen immer wieder aufflackern wird. Eine Garantie gibt es dabei nie, und ihr mögliches Nein musst du von Anfang an als echte Option akzeptieren.
Wie lange dauert es insgesamt, eine Ex zurückzugewinnen?
Realistisch sind einige Monate bis etwa ein halbes Jahr: mehrere Wochen Kontaktsperre und Stabilisierung, danach eine Wiederannäherung in kleinen Schritten über weitere Wochen bis Monate. Nach einem Vertrauensbruch dauert es deutlich länger. Sehr schnelle Comebacks direkt nach der Trennung halten dagegen selten, weil in der kurzen Zeit keiner von beiden etwas verändert hat.
Der nächste Schritt: allein oder mit mir an deiner Seite
Egal, wie deine Geschichte ausgeht, ob mit ihr oder ohne sie: Der Weg führt über dich. Über deinen Selbstwert, deine Ausstrahlung, dein Leben. Das kannst du allein angehen, mit den verlinkten Guides hast du dafür eine Menge Material. Und wenn du merkst, dass du dabei einen erfahrenen Sparringspartner willst, der dir ehrlich den Spiegel vorhält und mit dir einen konkreten Plan baut, dann schau dir mein Master-Programm an. Dort arbeite ich mit dir persönlich an genau den Themen, die in diesem Artikel stehen: Selbstwert, Anziehung, Klarheit. Damit die nächste Beziehung, ob mit deiner Ex oder einer neuen Frau, auf einem anderen Fundament steht als die letzte.
Bereit für echte Veränderung statt Warteschleife? Im Master-Programm begleite ich dich persönlich, mit klarem Blick von außen und einem Plan, der zu deinem Leben passt. Hier erfährst du alles zum Master-Programm.

Meine Ex Freundin hat nach Kirmes mit mir Schluss gemacht. Es war das zweite Mal. Das ist jetzt schon mehr als 3 Monate her. Sie sagte immer, ich solle sie in Ruhe lassen, aber meistens nach spätestens 3 Tagen hat sie mich wieder angeschrieben. Seit dieser zeit, sehen wir uns wöchentlich so um die 4 mal. Dann vor kurzem, hat sie mir geschrieben, dass sie keine Beziehung mehr will, da dafür einfach die Gefühle nicht mehr reichen. Dennoch hat sie danach ganz normal mit mir weitergeschrieben und sie hat mich immer noch gefragt, ob sie vorbeikommen soll. Auch jetzt sehen wir uns ungefähr 4 mal die Woche.
Am letzten Wochenende war sie erneut sauer auf mich, da ich mich ihr gegenüber erneut wie ein Arsch verhalten habe, wenn ich etwas getrunken habe. Dies hat sie dann meiner Mutter geschrieben und als offiziellen Trennungsgrund angegeben. Ich bin an dem Abend alleine nach Hause gelaufen, ohne ihr etwas davon zu sagen. Das wussten nur 2 meiner Freunde. Sie konnte mich nicht umstimmen, und hat im Auto geweint. Danach haben wir über den Abend gesprochen. Auch jetzt, ist der Kontakt normal. Ich weiß, wo mein Fehler, bzw. meine Fehler liegen, und will ihr das eigentlich auch beweisen, z.B. wenn wir zusammen feiern. Dennoch weiß ich immer noch nicht so ganz, was ich tun soll. Anscheinend. scheint sie ja immer noch Gefühle zu haben, sonst würden wir uns nicht so oft sehen. Sie hat mich auch überredet, auf die Feier mitzukommen, obwohl ich eigentlich nicht wollte. Mein Entschluss ist jetzt, dass ich die Fehler behebe, und ihr zeige, dass ich ihr gegenüber auch so sein kann wie vorher, heißt, lieb, freundlich und auch wieder attraktiv, bevor ich ihr gegenüber beim feiern ein Arsch war. Wir haben uns näher kennengelernt, als wir zusammen auf einem Schützenfest waren, wo ich ja auch beim feiern attraktiv wirkte.
Ich hoffe es ist der richtige Ansatz?
Liebe Grüße
Dennis