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Es gibt Situationen, in denen werden gewisse Grenzen überschritten.

Wo und wie diese Grenzen gesteckt sind, ist von Mensch zu Mensch und Situation zu Situation abhängig.

Wenn du etwas nicht verzeihen kannst, musst du die Entschuldigung nicht annehmen. Dennoch solltet ihr den riesigen Elefanten, der im Raum steht, nicht unausgesprochen lassen.


+ Sommeraktion +

In unserem Alltag bitten wir andere Menschen ständig um Entschuldigung, ohne dies großartig zu registrieren. Wir sagen laut „Entschuldigung“, wenn wir uns unseren Weg durch eine Menschenmasse bahnen müssen und bitten die anderen zu entschuldigen, dass wir uns eng an eng vorbei drücken. Wir fragen kurzerhand „Entschuldigen Sie bitte“, wenn wir jemanden bei etwas unterbrechen, um nach einer Auskunft zu fragen.

Diese lapidare und schnell daher gesagte Art der Entschuldigung kommt uns leicht über die Lippen und bedeutet uns nichts.

Etwas anders gestaltet es sich, wenn wir einen Fehler gemacht haben. Etwa wenn wir unserem Chef versprochen haben eine Mail an einen wichtigen Kunden zu senden und wir dies vergessen haben. Wenn wir der Partnerin zugesagt haben, dass wir an dem Geburtstagsbrunch ihrer Mutter dabei sein werden und dann feststellen, dass wir doch keine Zeit haben.

In derartigen Situationen müssen wir unseren Fehler eingestehen und um Entschuldigung bitten.

Doch wie gestaltet es sich eigentlich mit Grenzüberschreitungen? Mit Dingen, die uns wirklich verletzen und sprachlos machen? Wenn beispielsweise die Ex uns etwas angetan hat, das wir einfach nicht entschuldigen können? Schlicht, weil wir nicht in der Lage sind, dies je zu verarbeiten? Und müssen wir in diesem Fall eine Entschuldigung annehmen? Verlieren wir unser Gesicht, wenn wir uns weigern?

Um eines vorneweg zu nehmen: Eine Entschuldigung annehmen, obwohl wir dazu nicht bereit sind, ist nur wenig sinnvoll.

Nicht alles lässt sich leicht entschuldigen

Manche Dinge lassen sich durch ein einfaches „Es tut mir leid“ nicht aus der Welt schaffen.

  • Sie hat dich über Monate betrogen und hat dir dies verheimlicht, weil ihr gemeinsam gewohnt habt, du allein für die Miete aufgekommen bist? Während ihrer Affäre hat sie eiskalt, ohne mit dir zu sprechen, sich eine eigene Wohnung gesucht und dir am Ende erklärt, dass sie jemand Neues kennengelernt hat und ist über Nacht ausgezogen?
  • Ihr habt ein gemeinsames Kind. Du zahlst deinen Unterhalt, rufst sie mehrmals in der Woche an und dennoch verweigert sie dir seit Jahren den Kontakt zu deinem kleinen Jungen?
  • Sie hat dich mit deinem jüngeren Bruder betrogen und ist sogar schwanger geworden (deinen Bruder hast du seitdem natürlich ebenfalls abgeschossen)
  • Sie hat nach eurer Trennung dein komplettes Konto leergeräumt, so dass du nicht einmal mehr deine Miete bezahlen konntest?
  • Sie hat dich bei der Polizei für Dinge angezeigt, die du nie getan hast?
  • Sie hat dich vor anderen bloßgestellt, indem sie dir tatsächlich in der Öffentlichkeit eine Ohrfeige gegeben hat?
  • Sie hat Rufmord begangen, was derart ausgeartet bist, dass du deinen Heimartort verlassen hast?

Natürlich sind all diese Beispiele Extrembeispiele. Doch genau diese signalisieren, dass es bei einer Grenzüberschreitung eben nicht mit einer einfachen Entschuldigung getan ist und wir ein solches Verhalten auch nicht entschuldigen müssen.

Muss ich eine Entschuldigung annehmen

Eine Entschuldigung ablehnen, das gehört sich doch nicht!

So wird es in unserer Gesellschaft propagiert. Der Grund hierfür ist schnell gefunden: Herrschen Friede, Freude, Eierkuchen, so ist das harmonische Miteinander gesichert.

Doch gerade die Dinge, die sich „nicht gehören“, können Balsam für die Seele sein und unglaublich gut tun.

Auf einem leeren Maisfeld einfach in voller Lautstärke die ganze Wut aus dem Bauch herausbrüllen? Gehört sich nicht. Wir könnten für verrückt gehalten werden. Tut aber verdammt gut.

Schon wieder für die Kollegin einspringen und deren Schicht übernehmen, die noch nie unsere Schicht übernommen hat? Nö danke. Wir könnten für unkollegial gehalten werden. Aber Nein sagen tut verdammt gut.

Eine Entschuldigung für etwas ablehnen, was wir einfach nicht verzeihen können? Tut verdammt gut.

Was wir dir damit sagen wollen: Nur weil sich „etwas so gehört“, müssen wir uns nicht daran halten. Wir müssen die Entschuldigung nicht annehmen, wenn wir uns nicht in der Lage sehen, das Fehlverhalten des anderen tatsächlich zu entschuldigen.

Aus welchen Beweggründen entschuldigt sich der andere?

Auch die Motivation des anderen, warum er sich entschuldigt, spielt wahrscheinlich eine wichtige Rolle für dich. Manche Menschen entschuldigen sich ohne überhaupt verstanden zu haben, weshalb wir gekränkt reagieren. Dies führt dazu, dass sie immer wieder und wieder dieselben Fehler begehen.

Andere entschuldigen sich, weil sie etwas von uns wollen. Etwa den Transporter, den sie für den Umzug benötigen würden. Oder unsere handwerklichen Skills. Oder sonst etwas. Sie entschuldigen sich nicht, weil sie sich falsch verhalten haben, sondern weil sie etwas von uns brauchen und wissen, dass eine Entschuldigung die Voraussetzung ist, um dies zu bekommen.

Und wieder andere entschuldigen sich einfach nur deshalb, um ihr Gewissen rein zu waschen. So geschieht es häufig nach einem Seitensprung.

Plötzlich steht dann nach mehreren Wochen, Monaten, in manchen Fällen sogar Jahren die Ex vor dir und bittet dich um Entschuldigung. Dabei bereut sie insgeheim ihr Verhalten nicht. Im Gegenteil, sie hätte es bereut, wenn sie sich die Chance auf den One Night Stand hätte entgehen lassen.

Müssen wir eine solche Entschuldigung annehmen? Eine Entschuldigung, die nur dazu dient, dass der andere wieder ein reines Gewissen hat, obwohl er insgeheim nichts bereut?

Nein, das müssen wir nicht. Ganz einfach.

Die Entschuldigung und die Selbstverständlichkeit der Annahme

Leider gibt es in unserer Gesellschaft eine unschöne Entwicklung, die sich auch an unserem Sprachgebrauch zeigt. Viele Menschen vertreten die Überzeugung: „Ich habe mich entschuldigt, damit habe ich alles getan, was ich tun konnte.“

Das ist falsch.

Wir können uns selbst nicht entschuldigen. Wir können nur um Entschuldigung bitten. Ob der andere diese annimmt, liegt in dessen Ermessen. Es obliegt jedoch nicht uns, uns selbst von unserer Schuld freizusprechen und uns zu „entschulden“, die Last unserer Schuld einfach abzuladen. Es gibt kein Recht auf Entschuldigung!

Genau dieser Trugschluss lässt den Akt der Entschuldigung oftmals so scheinheilig werden. Viele Menschen bitten um Entschuldigung und sind tatsächlich davon überzeugt, dass es mit einem lapidaren „sorry“ getan ist und der andere diese Entschuldigung auf jeden Fall annimmt. Ist dem nicht so, fallen sie aus allen Wolken.

Hätten diese Personen gewusst, dass ihre Entschuldigung nicht angenommen wird, hätten sie sich erst gar nicht entschuldigt, da sie sich nun in ihrem Stolz gekränkt fühlen. Diesen Menschen geht es nicht darum, dass ihnen tatsächlich etwas Leid tut, sie wollen nur den Schein wahren.

Nehmen wir offiziell die Entschuldigung an, hegen innerlich allerdings noch starken Groll, machen wir uns selbst das Leben schwer. Und dem anderen, der sich entschuldigt hat. Denn dass wir in unserem Inneren nicht verzeihen können zeigen wir oft genug. Immer wieder schmieren wir dem anderen den Vorfall aufs Brot und lassen die Dinge nicht auf sich beruhen. Besser wäre es in diesem Fall gewesen direkt zu erklären, dass wir noch nicht darüber hinweg sind und noch nicht verziehen können.

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Caro

Carolin beschäftigt sich seit Jahren mit den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Dating. Nach einem Masterstudium in Kulturwissenschaft hat die gebürtige Esslingerin ihren Weg als Leiterin des Redaktionteams der Flirt University gefunden. Sie entwickelt regelmäßig neue Coaching Methoden und analysiert für unsere Kunden Chats aus dem Online Dating und hat somit schon so mancher Liebe auf die Sprünge geholfen.

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