Bist du ein Mann oder eine Frau?
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Mit DIESEN Rollenbildern werden wir andauernd konfrontiert!

Die 6 häufigsten Fragen zum Thema „schwul sein“

„Bist du der Mann oder die Frau in der Beziehung?“ Wenn du schwul bist, kennst du diese Frage. Meist wird sie unbedarft gestellt, manchmal soll sie witzig sein. Gerne auch in größerer Runde von einem Freund oder Familienmitglied. Auch wenn du die Frage kennst, überrascht sie dich doch. Du fühlst dich bloß gestellt, so offen über dein schwul sein reden zu sollen.

Wir stellen euch die häufigsten Fragen an Schwule vor und zeigen, warum viele davon einfach nervig sind.


+ Sommeraktion +

„Bist du der Mann oder die Frau in der Beziehung?“

Wer das fragt, hat seine Hetero-Brille auf und glaubt in seiner Naivität, schwule Beziehungen würden ähnlichen Rollenbildern folgen wie Hetero-Beziehungen. Dem ist natürlich nicht so! Schwule sind in Beziehungen häufig viel gleichberechtigter als die Konstellation in Hetero-Beziehungen ist.

Sicherlich gibt es in manchen schwulen Beziehungen sexuell klar definierte Rollenverteilungen, aber wir finden: Das ist Privatsache! Und in allen anderen Bereichen geht es häufig sehr gleichberechtigt zu, da es keine durch Geschlechterbilder festgelegte Norm gibt. Ein absoluter Vorteil!

Die Etikettierung als Frau in der Beziehung spricht dem anderen außerdem seine Männlichkeit ab und beruht auf alten Geschlechterklischees. Das geht gar nicht!

Passen Männer und Gefühle zusammen

„Willst du denn keine Kinder?“

Definitiv an Stelle zwei der nervigsten Fragen. Weil sie impliziert, wir könnten keine Familie mit Kindern haben, wenn wir in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung leben. Einige unserer größten schwulen Promis sind mutig voran geschritten. Sie zeigen, dass schwul sein und eine Familie mit Kindern haben, kein Widerspruch ist.

Popsänger Ricky Martin hat gleich vier Kinder mithilfe von Leihmüttern, darunter sogar Zwillinge. Heute lebt er glücklich mit Partner Jwan Yosef und den Kindern in seiner Regenbogenfamilie zusammen, ganz ohne Mutter!

Haken an der Sache:

Das Thema Leihmütter ist ethisch stark umstritten, in Deutschland ganz verboten! Da haben unsere lesbischen Pärchen es einfacher, die auf Samenspenden zurückgreifen können. Deshalb überrascht es nicht, wenn 90 % der gleichgeschlechtlichen Paare mit Kindern Frauen sind. Viele schwule Männer würden gerne eine Familie gründen, aber die Hürden für sie sind noch zu groß. Schade!

„Warum müsst ihr euer schwul sein so in den Vordergrund stellen?“

„Warum nicht“ magst du dir denken. Jeder hat doch das Recht so zu sein, wie er ist und sollte sich nicht dafür rechtfertigen müssen. Das „ihr“ in der Frage impliziert zudem, es gebe den „einen Typ Schwulen“. Das ist großer Unsinn.

Häufig bezieht sich dieses Vorurteil auf den schicken Kleidungsstil mancher schwuler Männer, mit dem diese ja angeblich nur Aufmerksamkeit erhaschen wollen. Wahr ist doch: Jeder, der sich gerne extravagant kleiden möchte, kann das machen, egal ob homo oder hetero!

Eine Studie ergab vor kurzem sogar, dass Gesichter von schwulen Männern als maskuliner eingeschätzt werden als die Gesichter von Hetero-Männern. Und spätestens, wenn du mal in einer Bären-Bar warst, weißt du, was für grober Unfug dieser Vorwurf ist. Schwule sehen mindestens so unterschiedlich aus wie Hetero-Männer.

Wenn Schwule heute häufiger in der Öffentlichkeit und den Medien auftreten, dann liegt das vor allem daran, dass der Kampf um Gleichberechtigung in vielen Teilen der Erde, aber auch hier in Deutschland, noch nicht abgeschlossen ist. Um etwas zu verändern, muss man laut sein. Sonst erreicht man nichts. Daher muss Protest manchmal etwas schriller sein, um öffentliche Aufmerksamkeit für ein Thema generieren zu können.

„Wenn du mal Sex mit einer richtig heißen Frau hast, wirst du schon hetero!“

Vertreter dieser These gehen offenbar davon aus, dass wir unser schwul sein und unsere sexuelle Orientierung nach Belieben verändern können. Ganz nach dem Motto: „Heute bin ich zur Abwechslung mal hetero“. Lustig ist es, den obigen Spruch mal umzudrehen. Bezieh ihn auf Männer und halte ihn deinem männlichen Gesprächspartner vor.

Aber, Spaß beiseite: Forscher sind der Ansicht, unsere sexuelle Orientierung sei im wesentlichen genetisch bestimmt. So steigt beispielsweise bei Jungs die Wahrscheinlichkeit, das gleiche Geschlecht anziehend zu finden, je mehr ältere Brüder sie haben. Die genauen Ursachen fürs schwul sein sind noch längst nicht komplett erforscht und weiterhin ein Mysterium. Klar ist aber schon heute: Homosexualität ist etwas völlig natürliches und kommt auch im Tierreich vor.

Der Spruch geht zudem davon aus, dass es Norm und erstrebenswert sei, auf Frauen zu stehen. Wir sagen: Egal ob homo oder hetero, für jeden ist etwas anderes das Beste und das ist auch gut so.

„Ich wollte immer schon einen schwulen besten Freund haben!“

Zwar keine Frage, aber trotzdem fällt dieser Satz häufig genug. Da drängt sich dir vielleicht ein „Das ist schön für dich, aber ich bin’s bestimmt nicht“ auf. Tatsächlich klingt diese Formulierung als wären wir ein Haustier, das man süß findet und streicheln will. So werden wir verniedlicht und objektifiziert. Als ob wir uns selbst nur darüber definieren würden, schwul zu sein.

Spargeltarzan

„Wie ist das denn mit dem schwul sein bei euch in der Szene?“

Auch wenn diese Frage erst einmal aus Neugier gestellt werden mag, impliziert sie doch einen Gegensatz zwischen der „normalen Welt“ und „euer Szene“. Tatsächlich gibt es einen schmalen Grad zwischen ernst gemeintem Interesse an dir und deinem Leben und voyeuristischer Neigung.

Wir Schwulen haben häufig ein gutes Gespür dafür entwickelt, welche Absicht hinter einer solchen Frage steckt. Wenn du merkst, dass es nicht wirklich um dich geht bei der Frage, dann brauchst du sie auch nicht zu beantworten! Schwul sein bedeutet nicht, der Ansprechpartner für jeden zu sein, der etwas zu dem Thema wissen möchte.

DU entscheidest, über was du sprechen möchtest

Zum Schluss finden wir ganz wichtig: Wenn du eine dieser Fragen gestellt hast, hör einfach auf deine Intuition. Wenn du Lust hast, beantworte sie. Genau so ist es aber nicht deine Aufgabe, über die schwule Welt aufzuklären, nur weil du schwul bist. Da muss sich jeder schon selber informieren.

Wenn du schwul oder bisexuell bist und noch Schwierigkeiten hast, mit schwulen Männern in Kontakt zu kommen und Beziehungen aufzubauen, dann beraten dich unsere Flirtexperten gerne. Sie zeigen dir, wie du deinen Traumpartner durch eine attraktive, männliche Ausstrahlung anziehen kannst. So wirst zu demjenigen, der von anderen angesprochen wird.

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Martin

Martin Schirmer hat Psychologie in Heidelberg studiert und beschäftigt sich mit allem rund um‘s Thema Mindset und Motivation. Gemeinsam mit ihm arbeitest du daran, ein Gewinner-Mindset zu entwickeln und negative Glaubenssätze, wie insbesondere deine Ansprechangst, zu überwinden. Mit seinen Dating-Tipps doziert er im Flirt University Masterprogramm und bietet 1:1 Coachings an.

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