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John Gottman – Forscher der Liebe

John Gottman erforscht die Liebe etwas, das wir weder sehen, noch anfassen können. Und diese ungreifbare Emotion untersucht er mithilfe der Mathematik, er sagt die Zukunft einer Beziehung durch klare Zahlen voraus und steckt diese in Grundzüge und Regeln.

So gilt Gottman als rechnender Romantiker, der einer der einflussreichsten Beziehungsforscher der Welt ist. Bewaffnet mit Videokameras, Puls-Messgeräten, Atem-Frequenzmessungen und durch die Untersuchung von Hormonspiegeln untersucht er die Liebe systematisch nach 40 Jahren Forschung erschien dieses Jahr in den USA sein Meisterwerk „Principia Amoris“, voller Formeln, Tabellen, Verlaufskurven und 3D-Grafiken.

Tausende von Paaren hat er beobachtet und gemessen, was messbar ist, wie durch einen Filter.  Er wechselte seinen Studiengang von Mathematik auf Psychologie. Zu dieser Zeit begannen Paartherapien, da Anfang der 70er Jahre die Scheidungsrate in der westlichen Welt nahezu explodierte. Niemand wusste damals, wie Beziehungen funktionieren, die Ansätze von Therapeuten endeten in Scheidungen und Trennungen, anstatt dass die Paare wieder zueinander fanden.


Gottmans Paar Studie

Und so ging Gottman dieses Thema wissenschaftlich an: Zusammen mit seinem Kollegen beschaffte er sich eine Videokamera, Messgeräte und einen Computer an der Indiana University und lud Paare ins Labor ein, wo sie verkabelt wurden, ihr Herzschlag und ihre Atemfrequenz gemessen wurden. Dann sollten sie 15 Minuten lang ein heikles Thema in ihrer Beziehung diskutieren.

Prof. Gottman - der große Beziehungsforscher
Forscher der Liebe:
Prof. Gottman

Trotz aller Widerstände gegen seine Forschung machte er weiter und erhielt nach 3 Jahren das Ergebnis, dass die späteren unglücklichen und glücklichen Paare voneinander unterschied, die physiologischen Daten waren. Die Daten waren eindeutig.

Partner, die in später unglücklichen Beziehungen waren, reagierten bei einem Konflikt wie in einer Gefahrensituation: Ihr Puls stieg rasant an, sie begannen zu schwitzen und schnell zu atmen. War der Partner jedoch ruhig, so wie sein Puls während der Diskussion, waren die Partner glücklich miteinander und es war wahrscheinlicher, dass sie nach drei Jahren noch zusammen waren.

Die 15 Minuten waren also ausschlaggebend für die Vorhersage des Glücks, dass das Paar in den nächsten drei Jahren hatte. Und Gottman wollte es noch genauer wissen und den Ursachen und Kommunikationsproblemen auf den Grund gehen.

John Gottmanns Forschung in der Liebe

John Gottmann
John Gottmanns Buch ist zum Standartwerk der Beziehungsforschung geworden

Er machte sich die mühsame Arbeit, das ganze Material immer wieder anzusehen, jede Sekunde der Videos, der Daten und Messungen zu kodieren, sodass er Interaktionssequenzen mithilfe eines statistischen Verfahrens zusammen stellen konnte, welches sich Zeitreihenanalyse nennt.

Dazu wertete er ebenfalls die Daten des „rating dial“ aus, ein Drehrad, an dem die Partner in jedem Moment angeben konnten, wie gut oder schlecht sie sich gerade bei der Diskussion fühlten. Aus diesen Daten errechnete er die 5:1-Ratio, also fünf positive Momente, die während eines Konfliktes einem einzigen negativen gegenüberstanden, was glückliche Paare charakterisierte.

Im Gegenzug dazu hielten sich bei unglücklichen Paaren die guten und schlechten Momente die Waage. Da negatives Verhalten mehr kaputt macht, als positives Verhalten reparieren kann gingen die unglücklichen Beziehungen zu Bruch.

Gottman ging noch einen Schritt weiter und entdeckte, dass es vier wissenschaftliche Momente gab, die eine Beziehung gleich gefährden. Diese konnten bei 90% der Trennungen vorhersagen, nach 5,6 Jahren. Deshalb nannte sie Gottman die apokalyptischen Reiter, die den Untergang der Beziehung ankündigen.

Die Forschung von Gottmann et al.

Ein Teufelskreis aus Kritik & Verteidigung

Der erste Reiter ist die Kritik. Jemand der beschuldigt und angeklagt fühlt, fühlt sich laut Gottman immer attackiert und reagiert mit dem zweiten Reiter: Der Verteidigung. Diese Rechtfertigung hält den Konflikt jedoch am Leben und macht es nur schlimmer.

Der Rückzug ist der dritte Reiter, ein sogenanntes „Mauern“ um auf Distanz zu seinem Partner zu gehen. Dies zeigt dem Partner Desinteresse und lässt den Konflikt nur eskalieren. Der vierte Reiter ist die Verachtung. Dieser äußert sich in dem nicht ernst nehmen des Partners, ein Augenrollen oder auf ihn herunter zusehen. Dieser letzte Reiter dominiert unglückliche Beziehungen und kommt in glücklichen überhaupt nicht vor.

John Gottmann bei Tedx in Los Angeles

Wann kommt es zur Trennung? das sagt die Wissenschaft

Warum aber lösen sich Beziehungen nach vielen Jahren auf? Gottman nennt dieses Phänomen emotionale Loslösung, die wenig mit den Reitern zu tun hat. Sie bedeutet, dass solche Beziehungen wenig negative Interaktionen, aber auch kaum positive haben. Die Partner interessieren sich nicht mehr füreinander, lachen nicht miteinander und ihre Beziehung friert ein.

Konflikte führen durch unser Bild des „Gewinnens“ oder „Verlierens“ zu großen emotionalen Kluften zwischen den Partnern, jedes mal, wenn einer verliert oder gewinnt. Auch die Denkweisen können sich im Laufe der Jahre verändern: So blenden Partner Positives am anderen aus und nehmen Negatives zu stark wahr. Solche Beziehungen enden häufig mit Affären und Trennungen, wenn die Kinder aus dem Haus sind.

Das Gottman Institute

Nach Jahren der Beziehungsforschung erblickte das 1996 das inzwischen renommierte Gottman Institute das Licht der Welt. Gottman gründete mit seiner Lebensgefährtin, einer Psychotherapeutin gemeinsam die Forschungseinrichtung.

Sie schufen den theoretischen Unterbau indem sie praktisch Paaren arbeiteten. Vor allem versuchten sie mit Humor und der Fähigkeit, sich selbst zu beruhigen, Beziehungen zu verbessern. Dadurch ließen sich leichter glückliche Partnerschaften etablieren.  So können die Partner einander besser zuhören, ohne die Reiter heraufzubeschwören. Die Partner sollen sich zudem wieder positiv wahrnehmen und den Fokus darauf zu legen, was man am anderen wertschätzt.

Und so ist das Buch von Gottman voller Formeln, die sich mit diesen Dingen beschäftigen: Wie Vertrauen entsteht, wie schnell man sich um emotionale Verletzungen kümmern sollte, welcher Partner die besten Chancen auf eine lange und glückliche Beziehung bietet. Und das muss nicht immer kompliziert sein: Eine positive Reaktion, beispielsweise auf die Ablehnung von Sex, hilft den Partnern mehr Sex zu haben, als bei einer negativen Reaktion.

Die Macht der Mikromomente

Aber in wen wir uns verlieben, das hat die Wissenschaft noch nicht genau deuten können. Wieso der eine und nicht der andere, aber wenn wir uns entschieden haben, warum dann so heftig? Darauf hat auch Gottman noch keine Antwort, doch er beschäftigt sich damit. Aber er ist davon überzeugt, „dass sich alles über die Liebe in kleinen Mikromomenten lesen lässt, in [denen] wir die Liebe [kreieren], oder [sie] zerstören.“

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