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Gastbeitrag: Krise in der Partnerschaft überwinden – 6 Schritte für mehr Leidenschaft in der Beziehung

Erfolgreich die Krise in der Partnerschaft überwinden

Der beste und einfachste Weg eine Krise in der Partnerschaft zu überwinden, ist, es nicht so weit kommen zu lassen. Prävention ist auch hier die beste Vorsorge!

Das was glückliche Paare anders machen, ist schon lange kein Geheimnis mehr, und es wäre nicht besonders schwer, sich daran zu halten. Doch die Realität sieht anders aus und das ist auch nachvollziehbar: Niemand der verliebt ist, denkt an eine Krise, die zu überwinden wäre. Zu schön ist das Gefühl; zu stark schweben da noch die Schmetterlinge im Bauch. Und dann passiert es doch, die Krise ist da: Enttäuschung, Frust und Tränen.

Aus der Sicht eines Paarberaters, ist die Krise das Beste was dir passieren kann. Nicht das du eine Krise künstlich hervorrufen solltest, aber wenn sie da ist, dann nutze sie!

Mit Krise ist hier nicht ein Streit oder ein Missverständnis gemeint. Das ist absolut normal, das kommt vor. Eine Krise ist ein länger andauernder Zustand, in dem ein oder beide Partner mit der momentanen Beziehungssituation unglücklich sind. Bis einer zum Punkt kommt, an dem es darum geht, sich entweder zu trennen, weil es so nicht weiter geht oder etwas zu verändern.

Aber fangen wir doch lieber ganz vorne an.

Krise in der Partnerschaft

Warum ist es eigentlich so weit gekommen?

Eine Beziehung kann eine Ressource aber auch eine Achterbahnfahrt sein. Ich möchte an dieser Stelle behaupten, dass sich alle Paare vor allem die positiven Attribute für ihre Beziehung wünschen, wie: Sich geliebt fühlen, angenommen sein und vom Partner wertgeschätzt zu werden.

Mit dem Beginn einer neuen Beziehung verändert sich der Alltag. Die Freizeitgestaltung und die soziale Vernetzung werden angepasst, und es kann passieren, dass für die eigenen Bedürfnisse oft kein oder zu wenig Platz da ist. Am Anfang schätzt Mann und Frau diese Entwicklung sehr, schließlich will man so viel Zeit wie möglich miteinander verbringen.

Die ganze Aufmerksamkeit richtet sich auf den neuen Partner, und genauso intensiv genießt man die volle Aufmerksamkeit, die einem zugeteilt wird. Aus demselben Grund werden oft auch keine neuen sozialen Kontakte mehr geknüpft und die alten Freundschaften werden leider vernachlässigt.

Doch was in dieser ersten Phase des Verliebtseins in den Hintergrund rückt und vernachlässigt wird, also die alten Freundschaften, die bewährten Hobbies oder die Selbständigkeit, wird später als Mangel erlebt. Ein Mangel, der einem oft erst bewusst wird, wenn der Alltag schon lange eingekehrt ist und die ersten Verliebtheitsgefühle so langsam verblasst sind.

Nach einer Weile berichten Paare, dass ihre Beziehung nicht mehr von Leidenschaft, Liebe und gegenseitiger Wertschätzung geprägt ist. Die Paare sagen sogar: „Wir verstehen uns gut, aber als Paar haben wir uns auseinander gelebt.“

Plötzlich wird einem bewusst, dass das was man sich als Liebes-Beziehung vorgestellt hat, nicht mit der Realität übereinstimmt. Die eigenen Träume, die nicht gelebt wurden, Unzufriedenheit in der Beziehung, mangelnde Nähe, wenig bis kein Sex usw. tragen dazu bei, dass die Frage „Will ich wirklich so weiter machen?“ gestellt wird.

Dabei hat doch alles so schön angefangen und war genau so, wie man sich das gewünscht hat: Leidenschaft, Wertschätzung, Nähe, Zärtlichkeit, Liebe.

Wie geht es weiter?

Einige Paare trennen sich in dieser Phase der Beziehung, in der Hoffnung, dass es in einer neuen Partnerschaft besser wird. Sie suchen Leidenschaft, Wertschätzung, Nähe und Zärtlichkeit in einer neuen Beziehung. Bis der Alltag sie auch da wieder einholt…

Andere Paare nehmen diese Herausforderung an und stellen sich der Krise. Auch wenn die Initiative in einigen Fällen nur von einem der Partner ausgeht, der die treibende Kraft ist. Wichtig ist, dass sich das Paar diese Chance nicht entgehen lässt. Ich spreche hier bewusst von Chance und nicht nur von Krise. Denn diese Situation bietet tatsächlich eine Chance sich als Paar wiederzufinden und eine Beziehung zu gestalten und leben, die beide glücklich macht.

Ob du es glaubst oder nicht, es ist eine Tatsache, dass glückliche Beziehungen keine Glückssache sind und eine glückliche Beziehung nicht einigen Glücklichen in die Wiege gelegt wird. Glückliche Beziehungen sind das Ergebnis von aktivem Gestalten. D.h. ich kann und muss etwas dazu beitragen, dass ich und mein Partner längerfristig glücklich bleiben.

Paare die bewusst Energie in die Paarbeziehung investieren und bereit sind, zusammen etwas zu verändern, erleben nach einer Krise eine völlig neue Beziehung.

Kaum etwas ist besser erforscht, als die Beziehung zwischen Mann und Frau. Es gibt jede Menge Ratgeber im Internet und in Buchform mit guten und sehr guten Tipps, die umzusetzen es sich lohnt. Doch wie bereits gesagt, beschäftigen sich die wenigsten Paare vor der Krise damit.

Wir haben in unserem Buch „Immer wieder zueinander finden“ die wichtigsten 6 Tipps zusammengestellt, die Paaren dabei helfen, Krisen zu überwinden bzw. es gar nicht so weit kommen zu lassen. Und wir möchten dir diese 6 Tipps jetzt kurz vorstellen.

Wenn du beim Weiterlesen feststellst, dass die Hinweise gar nicht so schwierig sind und eigentlich logisch und einfach umzusetzen sind, kann es passieren, dass du sie nicht so ernst nimmst. Deshalb möchte ich hier betonen, dass gute Lösungen nicht kompliziert sein müssen, damit sie wirken. Und wenn du beim Weiterlesen auch noch feststellst, dass ihr das am Anfang der Beziehung alles so gemacht habt, dann liegst du damit richtig.

Die große Frage ist eher: Warum die meisten Paare mit der Zeit damit aufhören, es zu tun? Ist es die fehlende Zeit? Ist es die Bequemlichkeit? Ist es zu viel Aufwand? Oder passt man wirklich nicht zusammen und stellt das erst nach längerer Zeit fest? Das lässt sich nicht so einfach beantworten, und ist wohl auch je nach Paar unterschiedlich. Klar ist aber, dass es sich auf jeden Fall lohnt sich die Zeit für einander zu nehmen.

Hier sind die 6 Geheimnisse, die glückliche Paare anders machen, als die weniger glücklichen.

1. Verabredet euch mindestens einmal in der Woche miteinander.

Es ist nicht das Ende einer Beziehung, wenn Mann und Frau sich wieder verabreden, es ist vielmehr der Anfang einer neuen Beziehung. Und ja, es ist komisch, sich zu verabreden, schließlich hast du es evtl. schon lange nicht mehr gemacht. Denk nur an den Anfang deiner Beziehung, als ihr noch nicht zusammen gewohnt habt. Da hast du dich mit deinem Partner wahrscheinlich für alles verabredet. Und das, vermutlich, so oft du konntest und für alles Mögliche: Zum Ausgehen, zum Spazierengehen, zum Reden und auch, um miteinander Sex zu haben.

Fangt wieder damit an euch regelmäßig, mindestens einmal in der Woche, zu verabreden. Wechselt euch ab, wer dafür die Verantwortung übernimmt.
Und vergesst nicht, es ist der wichtigste Termin, den ihr in dieser Woche habt. Kommt etwas dazwischen, dann verschiebt den Termin, aber bitte nicht streichen.
Die Vorstellung, dass sich die gemeinsame Zeit als Paar einfach so ergibt, weil man ein Paar sind, ist einfach falsch!

Krise in der Partnerschaft

2. Begegnet euch einmal am Tag ganz bewusst als Paar.

Warum ist das so wichtig? Diese Frage ist berechtigt, denn auf den ersten Blick begegnen wir unserem Partner doch in der Regel mehrfach am Tag; schließlich lebt man ja zusammen. Mit Begegnen meine ich etwas, dass man am Anfang einer Beziehung intensiv erlebt: Nur du und dein Partner. Die Welt steht still, es gibt nur euch zwei. Beide sind voller Neugier auf das Leben des anderen. Du lauschst jedem Wort gebannt zu, deine Augen strahlen vor Neugier und Bewunderung. Dein Partner merkt an deiner Mimik, wie interessant du das alles findest. Erinnerst du dich?

Es ist die größte Wertschätzung, die du einem Menschen geben kannst. So fühlt sich Liebe an.

Mir ist bewusst, die Welt hat viel zu bieten. Die Ablenkung im Leben, im Job, in der eigenen Firma sind groß. Vielleicht musst du wieder lernen, die Zeit anzuhalten und den Schalter auf Beziehung zu stellen, wie früher. Egal, was an deinem Tag los war, wenn ihr euch getroffen habt, hast du den Schalter umgelegt und warst präsent. Das kannst du auch heute noch.

Sich bewusst begegnen bedeutet einen (kurzen) Moment lang seine volle Aufmerksamkeit seinem Partner zu schenken. Den Partner in die Arme zu nehmen, ihn zu spüren, ihm zuzuhören oder mit ihm gemeinsam zu schweigen. Eben: Nur du und dein Partner.

Glaub mir; das tut nicht nur deinem Partner gut!

3. Bleib neugierig

Wie gut kennst du deinen Partner eigentlich? Paare, die schon länger in einer Beziehung sind, haben oft das Gefühl, den Partner besser zu kennen, als Paare die nicht so lange zusammen sind. Interessant oder? In der Realität ist das eher umgekehrt. Untersuchungen konnten tatsächlich zeigen, dass Paare, die länger zusammen sind, einander weniger gut kennen als Paare, die noch nicht so lange zusammen sind.

Mit der Zeit scheint das Leben des Partners nicht mehr so interessant zu sein. Oder man hat das Gefühl, man weiss doch schon alles. Es werden weniger Fragen gestellt und einander weniger zugehört. Bei beiden kann damit aber das Gefühl aufkommen: Mein Partner interessiert sich nicht mehr für mich.

Bleibe neugierig und du wirst ganz neue Seiten an deinem Partner entdecken. Wenn du es verlernt hast, neugierig zu sein, findest du hier ein paar spannende Fragen:
Fragen zum Kennenlernen – Wie gut kennst du deinen Partner?

Es lohnt sich sicher die eine oder andere Frage zu stellen.

Krise in der Partnerschaft

4. Leistet euch alle 3-4 Monate ein Wochenende zusammen

Dieser Tipp ist vor allem für Paare, die schon Kinder haben. Für Paare, die noch keine Kinder haben, ist es sicher gut, sich diesen Tipp zu merken.
Immer wieder erleben Eltern, dass sie sich gegenseitig nicht mehr als Mann und Frau wahrnehmen, sondern „nur“ noch als Mama und Papa funktionieren. Eltern haben es auch schwer, sich die Zeit als Paar zu nehmen:

Kein Babysitter, anhängliche Kinder, Müdigkeit,… Doch wenn man da nicht aktiv entgegenwirkt, wird es zwangsläufig immer schwieriger sich als Liebes-Paar wahrzunehmen. Die Zeit, die ihr gemeinsam als Paar verbringt, stärkt die Bindung und das Gefühl wir gehören zusammen.

Die Wurzel vieler Paarkonflikte ist eine Unsicherheit der Partner in Bezug auf ihre Beziehung zueinander. Der wichtigste Punkt ist, dass du und dein Partner verstehen, dass ihr emotional verbunden und abhängig voneinander seid, und dass ihr euch nicht mehr geborgen fühlt, wenn die Bindung zum Partner verloren geht.

Folgen dieser Unsicherheit sind Streitigkeiten wegen Kleinigkeiten, hinter denen sich Fragen verstecken, wie:

  • Bin ich für dich wichtig?
  • Nimmst du mich noch wahr?
  • Kann ich mich auf dich verlassen?
  • Akzeptierst du mich?
  • Brauchst du mich und verlässt du dich auf mich?

Schlimm ist es, mit jemandem zusammenzuleben, den man liebt, zu dem man aber keinen Kontakt bekommt.

Lasst daher regelmäßig das Gefühl aufleben, wir sind ein Paar. Nehmt euch Zeit füreinander. Erzählt euch über die schönen Erlebnisse und erinnert euch an das schöne Gefühl dabei. Macht es regelmäßig, aber mindestens alle 3-4 Monate bei einem gemeinsamen Wochenende.

5. Suche ständig nach dem Positiven

Oder anders gesagt: Wann hat es jemand geschafft, dich mit Kritik, Vorwürfen, Abwertung, Nörgeln oder Verachtung dazu zu bringen, etwas zu tun? Wenn du es dann doch gemacht hast, war es höchstwahrscheinlich mit Widerwillen und unangenehmen Gefühlen verbunden.

Die Erfolgschancen dieser Methode tendieren gegen Null. Interessanterweise versuchen die Mehrzahl der Männer und Frauen mit dieser Methode bei ihrem Partner ans Ziel zu kommen.

Es geht auch anders. Der Satz „Was belohnt wird, wird wiederholt“ wird oft im Zusammenhang mit Erziehung oder Mitarbeiterführung verwendet. Doch eigentlich ist klar: Seine Wirkung ist auch in Paar-Beziehungen nicht zu unterschätzten. Konkret heißt das, wenn du deine Aufmerksamkeit mal ganz gewusst darauf legst, was dir gefällt und dir gut tut mit deinem Partner und ihm das dann auch deutlich zeigst, dann wird dies auch wiederholt.

Nimm dir jeden Tag 1 Minute Zeit und überlege, was dein Partner heute gut gemacht hat, was dir gut getan hat und worüber du dich gefreut hast. Achte bewusst auf die Dinge, die dein Partner tut und die dir guttun. Doch das Wichtigste ist, du muss es erzählen, dann entfaltet sich die volle Wirkung des Positiven.

Hier findest du 11 Wege das Positive in deiner Beziehung zu stärken. Zuneigung zeigen: Diese zwei Faktoren entscheiden darüber, ob Ihre Beziehung hält oder fällt.

6. Kritik ist einfach nicht motivierend.

„Du gehst niemals mit mir aus!“
Mit einem solchen Satz deinen Partner zu motivieren, ein Date mit dir zu vereinbaren, ist eher unwahrscheinlich.

„Ich liebe es, Zeit mit dir allein zu verbringen. Wann können wir wieder einmal ausgehen?“ Das klingt doch ganz anders. Diese Frage wird mit hoher Wahrscheinlichkeit eher zum Ziel führen.

Es lohnt sich, die eigenen Bedürfnisse auf positive Weise zu kommunizieren.

Kommt euch körperlich näher auch ohne Sex

Glückliche Paare kommen sich körperlich näher auch ohne Sex. Wenn Paare über ihre Anfangszeit erzählen, fällt mir auf, dass das Thema Intimität sehr intensiv beschrieben wird. Beim näheren Nachfragen wird deutlich, dass Intimität nicht mit Sex gleichgesetzt wird. Gespräche und körperliche Berührungen haben bei Intimität den gleichen Stellenwert wie Sex. Diese drei Bereiche sind für eine glückliche Beziehung essentiell wichtig.
Intimität in einer Beziehung baut auf drei Säulen auf:

  • Gespräche
  • Körperliche Berührung ohne Sex
  • Sex

Fehlt eine dieser Säulen oder wird eine vernachlässigt, kann das auf die Dauer für eine Beziehung fatale Folgen haben. Genauso wie ein Dreibeinhocker nicht auf zwei Beinen stehen kann, so kommt auch eine Beziehung beim Fehlen einer dieser drei Säulen ins Wanken.
Mehr zu diesem und auch allen anderen Geheimnissen glücklicher Beziehungen gibt es in unserem Buch „Immer wieder zueinander finden“

Eigentlich ist es gar nicht so schwierig, oder? Du musst es nur tun.

Fange heute noch an!

Glückliche Beziehungen sind keine Glückssache! Du hast es in der Hand.

Peter Michalik Krise in der Partnerschaft
Dipl. Familien, Paar- und Eheberater Peter Michalik.

 

Dein
Peter Michalik

Autorenbox

Peter Michalik ist dipl. Familien, Paar- und Eheberater IKP mit eigener Praxis in Aarau in der Schweiz. Auf dem Blog http://www.beziehungs-abc.de schreibt er zusammen mit seiner Frau Sara zum Thema „glückliche Beziehungen“. Auf diesem Blog findest Du Schritt für Schritt Anleitungen zu Selbstreflexion, Medienempfehlungen und hilfreiche Downloads im der DruckBAR.

Wir glauben: „Glückliche Beziehungen sind keine Glückssache“

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