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Sich trennen und die Angst: Panik davor, die Beziehung zu beenden

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Sich trennen wollen aber nicht können
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Manchmal stecken wir in einer Beziehung fest, in der wir nicht mehr glücklich sind. Dennoch beenden wir diese nicht. Wir finden immer vermeintliche Gründe, weshalb wir nicht Schluss machen können. Und damit bist du nicht alleine. Viele Menschen möchten sich trennen, doch sie schaffen es einfach nicht.

Die wahre Ursache hierfür liegt fast immer darin, dass wir es nicht ertragen können, den anderen unglücklich zu sehen. Besonders dann, wenn die andere Person uns nicht egal ist, sondern wir durchaus noch Gefühle für sie haben. Auch, wenn es sich hierbei um keine Liebesgefühle mehr handelt. Doch zu wissen, dass diese Person uns immer noch aufrichtig liebt, uns zur Seite steht, eine Zukunft mit uns plant und von all unseren Gedankengängen absolut nichts erahnt, ist schmerzhaft.

Du warst schon ein paar Male kurz davor, es zu beenden. Doch jedes Mal hast du im letzten Moment zurückgezogen. Jedes Mal hast du dir gesagt „Ich spreche mit ihr nach den Feiertagen“, „nach dem Geburtstag ihrer Mutter “ oder auch „nach dem Urlaub“.


Du traust dich nicht, die Beziehung zu beenden, weil du dir das Szenario, das sich abspielen wird, bereits bildlich vorstellen kannst: Die andere Person wird weinen, dir Vorwürfe machen und schreien.

Kurzum: Es wird grausam werden. Und das nur deswegen, weil du die Wahrheit über deine Gefühle offenbarst. Du hast Angst davor der Grund zu sein, weshalb ein Mensch, der fest im Leben steht, auf einmal zusammenbricht und ein emotionales Wrack ist.

Daneben ist da auch das Gefühl der Angst, das sich lähmend in den Weg stellt und dich dazu bewegt, dich nicht zu trennen. Angst davor, vom Partner angebrüllt zu werden. Vielleicht ist da sogar die Angst, mit Tellern beworfen oder anderweitig körperlich attackiert zu werden.

Der rationale Teil unseres Hirn weiß, dass diese Horrorvorstellungen niemals in der Realität eintreten werden. Doch rationale Gründe können die eigenen Emotionen kaum bändigen. Mit Logik können wir Gefühlen nicht beikommen.


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Eine Beziehung beenden

Sich trennen wollen aber nicht können: Ängste aufgrund deiner Kindheit

Warum wollen Menschen sich trennen und schaffen es einfach nicht? Gründe hierfür sind, wie so oft, in der Kindheit zu suchen. Vielleicht bist du das Kind eines Elternteils gewesen, das selbst emotional nicht immer stabil gewesen ist.

Das fragile Elternteil

Vielleicht hatte deine Mutter oder dein Vater mit verschiedenen Ängsten, Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen zu kämpfen. Vielleicht wurde deine Mutter von deinem Vater betrogen oder von einem anderen Erwachsenen psychisch misshandelt.

Sehen Kinder ein weinendes Elternteil sind sie oft bemüht, diesem Elternteil „keinen Ärger“ zu machen. Kinder möchten diesem Elternteil keinen zusätzlichen Schaden zufügen. Sie passen sich an, um das Elternteil nicht zusätzlich in die Verzweiflung zu treiben.

Sie spielen besonders leise, sie essen den Teller auf, sie unterdrücken negative Gefühle wie Aggression und helfen im Haushalt.

Kurzum, sie passen sich in jeglicher Hinsicht an und sind, von außen betrachtet, besonders brave Kinder. Tatsächlich trauen sich diese Kinder nicht, ihre Kindheit selbst richtig auszuleben. Sie empfinden das Elternteil als zu schwach, um die Kinderrealität (Lärm, Schreien, Dreck, Ungehorsam) zu ertragen.

Das wütende Elternteil

Vielleicht bist du aber auch in einem Elternhaus aufgewachsen, in dem unter den Eltern viel gestritten wurde. Streit und Wut waren womöglich bei deinen Eltern an der Tagesordnung.

Für Kinder ist es schwierig zu verstehen, dass von einem wütenden Erwachsenen keine Gefahr ausgeht und, dass wenn der Vater schreit „am liebsten würde ich dich erwürgen“, er diesen Worten keine Tat folgen lässt.

Während die Mutter von dem Gebrüll des Vaters unbeeindruckt bleibt, verzieht sich das zweijährige Kind leise weinend in sein Kinderzimmer. Jeden Abend.

Woher soll ein Kind wissen, dass von einem Erwachsenen, der sich derart vergisst und nicht unter Kontrolle hat, nicht auch tatsächlich eine Gefahr ausgeht?

Dein jetziges Verhalten wird durch deine Kindheit bestimmt

Da überrascht es nicht, dass du ein mulmiges Gefühl in der Magengegend verspürst, sobald du jemandem unschöne Nachrichten überbringen musst oder, noch schlimmer, die Trennung aussprichst. Dinge, die wir in unserer Kindheit erfahren, entwickeln im späteren Erwachsenenleben eine enorme Kraft und eine ganz eigene Dynamik. Und so kommt es, dass viele Menschen sich trennen wollen, diesen Schritt jedoch nicht gehen und stattdessen in der unglücklichen Beziehung verharren.

Ja, diese Ängste aus der Vergangenheit sind real. Schließlich haben wir erlebt, wie unsere Mutter reagiert hat, als unser Vater sie verlassen hat. Doch sie sind nur an einem bestimmten Ort real: In unserem Kopf. Diese Ängste haben in einer anderen Zeit stattgefunden. Einer Zeit, die längst vergangen ist.

Doch jetzt bist du erwachsen. Dies bedeutet ebenfalls, dass du dir für dein eigenes Glück eine gewisse Robustheit anlegen musst.

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass dein Noch-Partner daran zerbricht, wenn du dich trennst oder sogar Suizid begeht. Genauso unwahrscheinlich ist es, dass dein Noch-Partner dich erwürgen wird und deine Todesanzeige zwei Tage später in der Zeitung zu lesen ist. Ja, es mögen böse Worte fallen und ja, vielleicht schreit er oder sie. Doch dabei wird es bleiben.

Ja, in dem Moment, in dem du die Worte aussprichst und dein Partner in sich zusammenfällt, magst du das Gefühl haben, dass diese negative Emotionen für immer andauern. Doch die Realität sieht anders aus. Ja, der Noch-Partner wird sich für mehrere Tage, Wochen oder auch einige Monate beschissen fühlen.

Doch diese Zeit wird vergehen. Du ruinierst nicht das Leben eines anderen für immer. Stattdessen wird er oder sie darüber hinweg kommen. Eines Tages kann die Person wieder lachen und irgendwann wird sie sich neu verlieben und eine neue Beziehung führen. Paare, die sich trennen geben sich gegenseitig die Chance, eine neue Liebe zu finden.

sich trennen wollen aber nicht können

„Ich habe es doch nur gut gemeint“

Bedenke auch den Unterschied zwischen echter Freundlichkeit und vermeintlicher Freundlichkeit. Du vermeidest es, die Trennung auszusprechen, weil du ein gutherziger und freundlicher Mensch bist. Und aus genau diesem Grund willst du deinen Noch-Partner nicht verletzen. Aus diesem Grund hältst du an der Beziehung fest.

Doch was hat das mit Freundlichkeit zu tun? Ist es wirklich freundlich, mit jemandem eine Beziehung zu führen, der einem nichts mehr bedeutet? Ist es wirklich freundlich, weiterhin über Jahre in dieser Beziehung zu bleiben, unfreundlich, abfällig und verbittert zu werden und den anderen vielleicht sogar zu betrügen?

Nein, wir tun den anderem keinen Gefallen, indem wir ihn oder sie vor Trennungsschmerzen bewahren, aber dafür eine unglückliche Beziehung führen.

Nein. Wirkliche Freundlichkeit bedeutet, ehrlich zu sein und zuzulassen, für eine Zeit lang von einer Person gehasst zu werden, ihr aber dafür keine Gefühle vorzuspielen, die nicht da sind. Wirkliche Freundlichkeit bedeutet, dem anderen nichts vorzuspielen, trotz des gebuchten Urlaubes, trotz der gemeinsamen Wohnung oder trotz der geplanten Hochzeit.

Es ist nichts daran falsch zu erkennen, dass man eine Beziehung nicht weiter fortführen möchte. Hingegen ist es sehr falsch, in einer Beziehung zu bleiben, die einen nicht erfüllt und somit den Partner tagtäglich zu belügen. Denn damit nimmst du auch deinem Noch-Partner die Chance, jemanden kennenzulernen, der wirklich zu ihm passt. Sich trennen bedeutet auch, Chancen auf einen Neubeginn zu erhalten.

Ein großer Teil negativer Emotionen rührt von Menschen her, die versuchen, jederzeit und immerzu freundlich zu sein und dadurch anderen Menschen etwas vorspielen.

Sich trennen wollen aber nicht können: Die Trennungsangststörung

Zudem existiert da auch noch etwas, was sich Trennungsangststörung nennt.

Trennungsängste sind vor allem bei Kindern bekannt und wurde intensiv erforscht. Kinder weinen, wenn sie von ihrer Bezugsperson getrennt werden. Dieses Verhalten ist durchaus sinnvoll, damit das Überleben gesichert wird. Und dies erklärt auch, weshalb Kinder weinen, wenn sie das erste Mal den Kindergarten betreten und Papa oder Mama einfach geht.

Hingegen die Trennungsangststörung bei Erwachsenen ist kaum untersucht und wird häufig von Ärzten nicht erkannt. Erwachsene, die an einer Trennungsangststörung leiden, sind davon überzeugt, ohne den Partner nicht leben zu können.

Häufig leiden sie an übermäßig ausgeprägter Eifersucht und haben den Wunsch, absolut alles gemeinsam mit dem Partner zu machen. Sie erdrücken den Partner durch ihre Nähe und tendieren dazu, in Beziehungen zu verharren, die ihnen nicht gut tun.

Vielleicht beendest du deine Beziehung nicht, weil du selbst an einer Trennungsangststörung leidest. Lieber bist du mit jemandem zusammen, mit dem du unglücklich bist, als dass du wieder als Single endest. Doch womöglich ist es auch dein Partner, der mit der Trennungsangststörung zu kämpfen hat und der es dir dadurch scheinbar unmöglich macht, die Trennung laut auszusprechen. Du hast einfach Angst, dass er oder sie das Beziehungsaus schlicht nicht verkraftet.

Fazit: Wenn du in der Beziehung nicht mehr glücklich bist, ist das einzig sinnvolle, das du tun kannst, Schluss zu machen. Du tust ihm/ ihr keinen Gefallen, weiterhin in dieser Beziehung zu bleiben und Gefühle vorzutäuschen, die nicht da sind. Im Gegenteil. Du nimmst ihn/ ihr die Chance, eine Person zu finden, mit der sie wirklich glücklich werden kann. Verschwende nicht länger deine und die Zeit deines Noch-Partners.

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